Ultimatum: Fifa droht Katar mit Entzug der WM
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UltimatumFifa droht Katar mit Entzug der WM

Katar muss die Arbeits- und Lebensbedingungen der Gastarbeiter für die WM verbessern. Sonst droht Ärger mit dem Weltfussballverband.

von
dmo
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Am Donnerstag, dem 18. Dezember auferlegte die Fifa Katar ein Ultimatum zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensumstände der Gastarbeiter.

Am Donnerstag, dem 18. Dezember auferlegte die Fifa Katar ein Ultimatum zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensumstände der Gastarbeiter.

Keystone/AP/Christophe ena
Die Fifa-Ethikkommission spricht Russland und Katar am 13. November 2014 von Korruptionsvorwürfen betreffend die Vergabe der beiden Weltmeisterschaften frei.

Die Fifa-Ethikkommission spricht Russland und Katar am 13. November 2014 von Korruptionsvorwürfen betreffend die Vergabe der beiden Weltmeisterschaften frei.

Keystone/Steffen Schmidt
Chefermittler Michael Garcia hat einen 350-seitigen Bericht über die Vergabe der beiden Turniere zusammengestellt. Er will den Entscheid der Fifa anfechten, weil es zahlreiche unvollständige und fehlerhafte Darstellungen von Tatsachen und Schlussfolgerungen gebe.

Chefermittler Michael Garcia hat einen 350-seitigen Bericht über die Vergabe der beiden Turniere zusammengestellt. Er will den Entscheid der Fifa anfechten, weil es zahlreiche unvollständige und fehlerhafte Darstellungen von Tatsachen und Schlussfolgerungen gebe.

Keystone/Walter Bieri

Die Fifa stellt Katar, welches die WM 2022 ausrichten wird, ein Ultimatum. Die Menschenrechtslage muss verbessert werden, entschied das Exekutivkomitee in einer Sitzung vom Donnerstag in Marrakesch. Wird das Ultimatum nicht erfüllt, könnte der Entzug der WM drohen. Theo Zwanziger, Mitglied des Komitees, fordert konkret eine unabhängige Instanz, welche die Arbeits- und Lebensqualität der Wanderarbeiter überprüft. Diese soll bis zum 15. März 2015 eingerichtet sein.

Zudem einigte man sich darauf, den Bericht des derweil zurückgetretenen Chefermittlers Michael Garcia zu den Korruptionsvorwüfen zur Vergabe der WM 2018 an Russland sowie 2022 an Katar zu veröffentlichen. Der Weltverband hatte ursprünglich rechtliche Gründe ins Treffen geführt, warum man den 430-seitigen Bericht des früheren amerikanischen Staatsanwalts nicht veröffentlichen könne. Nun seien die laufenden Untersuchungen gegen Einzelpersonen aber abgeschlossen, gab Fifa-Präsident Sepp Blatter bekannt.

«Wir werden die Abstimmung für 2018 und 2022 nicht revidieren», bekräftige Blatter. Laut dem selbst nicht unumstrittenen Fifa-Oberhaupt gibt es «keine rechtlichen Gründe», die Entscheide der Exekutive für die Gastgeber der beiden nächsten WM-Turniere zurückzunehmen. Beim Bericht von Garcia gehe es um die Vergangenheit. «Und ich bin auf die Zukunft fokussiert», betonte der Schweizer.

Terminentscheid für WM im März

Der Entscheid über den genauen Termin der Weltmeisterschaft 2022 in Katar fällt im März kommenden Jahres bei der nächsten Sitzung des Fifa-Exekutivkomitees. Zuvor wird sich am 23. Februar die Task Force für den internationalen Match-Kalender treffen. Die europäischen Spitzenklubs und Top-Ligen sprachen sich jüngst für die Austragung zwischen dem 5. Mai und 4. Juni aus. Die Fifa favorisiert hingegen, das Turnier wegen der extremen Sommerhitze in den Wintermonaten stattfinden zu lassen.

(dmo/si)

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