Aktualisiert 10.07.2015 15:01

Bestechungs-Skandal

Fifa-Funktionär willigt in Auslieferung an USA ein

Einer der sieben verhafteten Fifa-Funktionäre lässt sich an die USA ausliefern. Um welchen der Inhaftierten es sich handelt, ist unklar.

von
mlr
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Jack Warner stand schon mehrmals unter Korruptionsverdacht.

Jack Warner stand schon mehrmals unter Korruptionsverdacht.

epa/Gary i Rothstein
Jefrrey Webb, Funktionär von den Cayman Islands und Präsident der Concacaf.

Jefrrey Webb, Funktionär von den Cayman Islands und Präsident der Concacaf.

epa/Szilard Koszticsak
Uruguays Funktionär Eugenio Figueredo soll ebenfalls aus dem Baur au Lac abgeführt worden sein.

Uruguays Funktionär Eugenio Figueredo soll ebenfalls aus dem Baur au Lac abgeführt worden sein.

epa/Andres Cristaldo

Am Donnerstagnachmittag hat sich einer der sieben inhaftierten Fifa-Funktionäre mit seiner Auslieferung an die USA einverstanden erklärt, wie das Bundesamt für Justiz (BJ) mitteilt.

Das BJ konnte die Auslieferung in einem vereinfachten Verfahren unverzüglich bewilligen. Der Name des Betroffenen wird auf dessen Wunsch vorerst nicht veröffentlicht.

Der Zeitpunkt der Überstellung wird aus Sicherheitsgründen und wegen des Persönlichkeitsschutzes ebenfalls nicht bekannt gegeben. Gemäss Rechtshilfegesetz muss der Betroffene aber innert zehn Tagen von einer US-Polizeieskorte übernommen und in die USA gebracht werden.

Zuerst Nein, dann Ja

Der Mann war am 27. Mai mit sechs anderen Fifa-Funktionären in Zürich festgenommen worden. In einer ersten Anhörung hatte er sich, wie alle anderen auch, einer Auslieferung an die USA noch widersetzt.

Die USA mussten deshalb ein formelles Auslieferungsersuchen stellen. Dieses traf am 1. Juli in Bern ein. Bei der erneuten Anhörung zum formellen Auslieferungsersuchen am Donnerstag, erklärte sich der Betroffene gemäss BJ damit einverstanden, an die USA ausgeliefert zu werden.

Millionen an Bestechungsgeldern

Dem Fifa-Mann wird von der für den Bezirk Ost von New York zuständigen Staatsanwaltschaft vorgeworfen, «im Zusammenhang mit dem Verkauf von Marketingrechten an verschiedene Sportvermarktungsfirmen Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen und für sich behalten zu haben», wie die BJ weiter mitteilte.

Dabei ging es um die Austragung von WM-Qualifikationsspielen, regionalen Fussballmeisterschaften sowie Kontinentalmeisterschaften in Nord- und Südamerika. Wegen dieser Handlungen sollen zwei Kontinentalverbände der Fifa sowie verschiedene Nationalverbände finanziell geschädigt worden sein.

Den Fifa-Funktionären drohen wegen organisierten Verbrechens, Betrug, Geldwäscherei und Bestechung Haftstrafen von bis zu 20 Jahren, wie das US-Justizdepartement anlässlich der Verhaftung mitgeteilt hatte. Sie sitzen derzeit in verschiedenen Gefängnissen im Kanton Zürich in Auslieferungshaft. Wegen Verdunkelungsgefahr wird der Kontakt unter den Inhaftierten unterbunden. (mlr/sda)

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