Aktualisiert 05.05.2015 09:11

ARD-ReportageFifa-Funktionäre sollen 1,42 Mio erhalten haben

Erneut tauchen Korruptionsvorwürfe gegen die Fifa auf. Dieses Mal beschuldigt das deutsche Fernsehen ARD Mitglieder des Fifa-Vorstands.

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Fifa-Präsident Sepp Blatter stellt sich am Kongress am 29. Mai 2015 zur Wiederwahl und strebt seine fünfte Amtszeit an.

Fifa-Präsident Sepp Blatter stellt sich am Kongress am 29. Mai 2015 zur Wiederwahl und strebt seine fünfte Amtszeit an.

Andreas Meier/freshfocus
Herausgefordert wird Blatter vom jordanischen Prinzen Ali bin al-Hussein (l.). Ihm werden gute Chancen eingeräumt.

Herausgefordert wird Blatter vom jordanischen Prinzen Ali bin al-Hussein (l.). Ihm werden gute Chancen eingeräumt.

Keystone/Jamal Nasrallah
Am 26. Januar 2015 steigt der Holländer Michael van Praag in den Präsidentschaftspoker ein. Der 67-Jährige ist ein ausgesprochener Kritiker Blatters. Am 21. Mai 2015, etwas mehr als eine Woche vor der Wahl, zieht er seine Kandidatur aber zurück.

Am 26. Januar 2015 steigt der Holländer Michael van Praag in den Präsidentschaftspoker ein. Der 67-Jährige ist ein ausgesprochener Kritiker Blatters. Am 21. Mai 2015, etwas mehr als eine Woche vor der Wahl, zieht er seine Kandidatur aber zurück.

Keystone/Steffen Schmidt

Einen Monat vor der Fifa-Präsidentschaftswahl berichtete die ARD in ihrer Reportage «Der verkaufte Fussball. Sepp Blatter und die Macht der Fifa» über angebliche Schmiergeldangebote an mehrere Mitglieder des Exekutivkomitees im Zuge der WM-Vergaben 2018 und 2022.

Die frühere Mitarbeiterin der erfolgreichen WM-Bewerbung Katars, Phaedra Almajid, nannte in der am Montag gesendeten TV-Dokumentation namentlich die aktuellen oder früheren Mitglieder des Fifa-Vorstands Issa Hayatou, Jacques Anouma und Amos Amadu. Die Afrikaner sollen vom Emirat vor der Vergabe des Turniers 2022 je 1,42 Millionen Franken für ihre WM-Stimme angeboten bekommen haben, behauptet Almajid. Hayatou und Anouma wollten sich nicht äussern. Amadu, der wegen anderer ethischer Verfehlungen bereits von der Fifa gesperrt wurde, sagte: «Es ist alles vorbei, lassen wir doch die Vergangenheit Vergangenheit sein.»

Blatter äussert sich nicht

Zudem soll der zyprische Geschäftsmann und Fifa-Vorstand Marios Lefkaritis in dubiose Geschäfte mit den künftigen Organisatoren Russland und Katar verwickelt gewesen sein, berichtet die ARD. Lefkaritis räumte Geschäfte seiner Firma mit einem Tochterunternehmen der russischen Energiefirma Gazprom ein. «Wir reden hier von glasklaren Geschäften. Das ist Teil des Familiengeschäfts», sagte er. Korruptionsvorwürfe wies er von sich.

Fifa-Präsident Blatter wollte sich nach ARD-Angaben nicht zu den Vorwürfen äussern. Die Fifa hat diverse Vorwürfe gegen Katar, Russland und seine Exekutive durch seine Ethikkommission prüfen lassen und das Verfahren für beendet erklärt. Almajid wurde im Zuge dieser Untersuchungen als nicht glaubwürdig erachtet. Dies wurde international heftig kritisiert. (si)

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