Aktualisiert 23.04.2014 18:48

FussballFIFA soll bedingungslos kooperieren

Seit Mittwoch liegt der 15-seitige Abschlussbericht des Korruptions-Experten Mark Pieth über die angeschobenen Reformen bei der Fifa vor.

Der Basler Strafrechtsprofessor, der bis Ende 2013 die von der Fifa eingesetzte, unabhängige Kommission «Good Governance» leitete, fordert die Fifa-Exekutive auf, insbesondere bei den Ermittlungen der Fifa-Ethikkommission gegen die Korruptionsvorwürfen betreffend WM-Vergabe 2022 nach Katar «bedingungslos zu kooperieren».

Von diesen Ermittlungen hänge der Ruf der Fifa ab, sagte Pieth gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Er fordert einerseits den Fifa-Chefermittler Michael Garcia auf, bei den WM-Vergaben 2018 und 2022 nicht zu ruhen, bis es ein Ergebnis gebe. Andererseits appellierte er an die Mitglieder der Fifa-Exekutive, bei der Untersuchung bedingungslos zu kooperieren. Garcia will den Bericht der Fifa-Ethikkommission noch in diesem Jahr vorlegen.

Von den verschiedenen Reformvorschlägen Pieths konnten nicht alle umgesetzt werden. So gibt es weiterhin keine Lohntransparenz bei den Mitgliedern der Fifa-Exekutive und auch keine Amtszeitbeschränkung für den Fifa-Präsidenten. Als riesige Organisation mit 209 Verbänden sei die Fifa unheimlich träge, begründete Pieth das schleppende Vorankommen der Reformen gegenüber Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) in der Sendung «Rendez-Vous».

Fifa-Präsident Sepp Blatter ist derweil, im Gegensatz etwa zur Uefa, die Pieth bei früherer Gelegenheit kritisierte, kein Bremser der Reformen. «Sepp Blatter hat diese speziellen Reformen, die doch stark von oben nach unten geprägt sind, weitgehend initiiert und mitgetragen. Interessant ist, dass er inhaltlich mit praktisch allem einverstanden war. So gesehen war er wichtig für die Reformen», so Pieth gegenüber SRF. (si)

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