«Public Eye Award»: Fifa und Syngenta für Schmähpreis nominiert
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«Public Eye Award»Fifa und Syngenta für Schmähpreis nominiert

Zweifelhafte Ehre für die Schweizer Akteure Syngenta und Fifa: Sie sind für den «Public Eye Award» – eine Art goldene Himbeere der Geschäftswelt – nominiert.

von
D. Vollenweider

Diesen Preis will niemand wirklich erhalten: Mit dem «Public Eye Award» küren Greenpeace und die Erklärung von Bern (EvB) jedes Jahr Firmen, die mit Mensch und Umwelt besonders verantwortungslos umgehen. Unter den von verschiedenen NGOs nominierten Grosskonzernen finden sich neben dem Kleiderlabel GAP und dem Energieriesen Gazprom auch der Schweizer Chemiekonzern Syngenta und der in Zürich beheimatete Fussball-Weltverband Fifa.

Fifa räumt Städte in Brasilien

Die Fifa soll wegen der Fussballweltmeisterschaft 2014 in verschiedenen Städten in Brasilien hunderttausende von Menschen zwangsvertrieben haben. Zudem macht die Fifa laut der nominierenden Organisation ANCOP keinerlei Anstalten, das Kleingewerbe von der Meisterschaft profitieren zu lassen. Im Umkreis von zwei Kilometern um Stadien oder Fan-Bereiche werden exklusive Zonen errichtet, in denen die Bewegung der Menschen und der Verkauf von Produkten kontrolliert werden. Dies treibe unzählige Strassenverkäufer in den Ruin. Fifa war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Massensterben von Bienen

Den Chemiekonzernen Syngenta, Bayer und BASF wird vorgeworfen, durch das Herstellen von Pestiziden für das Massensterben von Bienen verantwortlich zu sein.

Bayer wehrt sich gegen die Vorwürfe: «Pflanzenschutzmittel haben keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung von Bienenvölkern, wenn die Produkte verantwortungsvoll und vorschriftsmässig eingesetzt werden», sagt Kommunikationschefin Barbara Zimmermann. Syngenta und BASF wollen derweil keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen. Nominiert wurden die Chemiekonzerne von der Organisation Bee Life European Beekeeping Coordination, einer Vereinigung von europäischen Imker- und Bauernorganisationen.

Unbeliebter Preis bei Firmen

Der Preis ist bei den Firmen nicht gerne gesehen. So wehrte sich der im letzten Jahr nominierte Stromkonzern Repower vehement gegen die Vorwürfe. Der Jury-Award ging 2013 an die US-Bank Goldman Sachs. Den Publikumspreis erhielt der Ölkonzern Shell.

Auf der Website des «Public Eye Award» kann ab sofort für das Schmuddelunternehmen des Jahres abgestimmt werden. Die Gewinner des Publikums- und Jurypreises werden am 23. Januar 2014 während des WEF in Davos bekannt gegeben.

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