Fussball: Fifa-Vize Villar und sein Sohn verhaftet

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FussballFifa-Vize Villar und sein Sohn verhaftet

Verdacht auf Veruntreuung und Spielmanipulation: Die Behörden gehen gegen den Präsidenten des spanischen Fussballverbands vor.

von
oli
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Ángel María Villar, hier nach einer Anhörung des abgesetzten UEFA-Präsidenten Michel Platini vor dem internationalen Sportgericht CAS in Lausanne. (29. April 2016)

Ángel María Villar, hier nach einer Anhörung des abgesetzten UEFA-Präsidenten Michel Platini vor dem internationalen Sportgericht CAS in Lausanne. (29. April 2016)

Keystone/Laurent Gillieron
Die spanische Justiz wirft dem 67-Jährigen Veruntreuung vor.

Die spanische Justiz wirft dem 67-Jährigen Veruntreuung vor.

Keystone/Patrick B. Kraemer
Seit 1988 ist Villar auch Präsident des spanischen Fussballverbands und durfte in dieser Zeit unter anderem einen Weltmeister- und zwei Europameistertitel feiern: Hier übergibt Villar den Pokal für den Sieg der spanischen Meisterschaft an Lionel Messi (l.) und Andres Iniesta vom FC Barcelona. (20. August 2016)

Seit 1988 ist Villar auch Präsident des spanischen Fussballverbands und durfte in dieser Zeit unter anderem einen Weltmeister- und zwei Europameistertitel feiern: Hier übergibt Villar den Pokal für den Sieg der spanischen Meisterschaft an Lionel Messi (l.) und Andres Iniesta vom FC Barcelona. (20. August 2016)

Keystone/Quique Garcia

Spaniens Verbandspräsident Angel Maria Villar, Vizepräsident der Fifa und der Uefa, ist wegen Korruptionsvorwürfen in Madrid festgenommen worden. Erst kürzlich war sein Name prominent im Garcia-Bericht aufgetaucht.

Villar ist gemäss der Polizei zusammen mit seinem Sohn Gorka, dem einstigen Generalsekretär des südamerikanischen Verbandes Conmebol, und weiteren Verdächtigen in Haft genommen worden. Villar Llona soll unter anderem Gelder des nationalen Verbandes verwendet haben, um sich Vorteile zu sichern. Gegen ihn werde unter anderem wegen Korruption, Fälschung und Unterschlagung ermittelt, hiess es.

Von langer Hand geplante Aktion

Im Rahmen der seit längerem geplanten Aktion wurden auch der Sitz der RFEF in Madrid und mehrere Regionalbüros und Wohnungen durchsucht. Die Ermittlungen waren schon Anfang 2016 eingeleitet worden. Der Einsatz wurde schliesslich von der zuständigen Staatsanwaltschaft beantragt. Zu den Festgenommenen gehöre auch der Vizepräsident der Finanzkommission, Juan Padron, hiess es weiter.

Von Seiten der RFEF gab es zunächst keine Stellungnahme. Die Fifa verwies auf «interne Angelegenheiten» des spanischen Verbands, die Uefa wollte die Vorgänge nicht kommentieren.

Villar ist schon seit Jahrzehnten ein wichtiger Strippenzieher im internationalen Fussballgeschäft. Seit 19 Jahren sitzt er in der Regierung der Fifa, die inzwischen als Rat firmiert, und seit 1992 im Exekutivkomitee der Uefa. Er galt dabei als enger Vertrauter des langjährigen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter, der selber über zahlreiche Affären gestolpert war und das Amt 2016 niederlegen musste.

Vorerst Aussage verweigert

Im November 2015 wurde Villar von der Ethik-Kommission der Fifa verwarnt und mit einer Geldbusse belegt, weil er den damaligen Fifa-Ermittlern um Michael Garcia zunächst keine Aussage zur umstrittenen Vergabe der WM 2018 und 2022 an Russland und Katar lieferte.

Der jüngst durch die Fifa veröffentlichte Bericht Garcias gibt einen Einblick in die Verweigerungshaltung Villars. Später habe er jedoch Bereitschaft zur Kooperation in der Untersuchung gezeigt, begründeten die unabhängigen Fifa-Ethiker ihr mildes Urteil. Villar ist neben dem Ägypter Hany Abo Rida inzwischen das einzige verbliebene Mitglied der damaligen Fifa-Exekutive, die im Dezember 2010 über die beiden WM-Gastgeber abstimmte.

Vizepräsident der Fifa festgenommen

Verdacht auf Veruntreuung und Spielmanipulation: Die Behörden gehen gegen den Präsidenten des spanischen Fussballverbands vor. Video: AFP

Wegen Korruptionsverdacht: Fifa-Vize Villar festgenommen. Video: AFP

Fifa will abwarten

Nach der Festnahme von Angel Maria Villar Llona will die Fifa zunächst die weiteren Entwicklungen abwarten. Es handle sich offenbar um «interne Angelegenheiten» des spanischen Verbands, teilte ein Fifa-Sprecher am Dienstag mit. (oli/sda)

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