Zoonosen: Fiffi, raus aus dem Bett!

Aktualisiert

ZoonosenFiffi, raus aus dem Bett!

Nicht nur Menschen müssen sich vor Grippeviren in Acht nehmen: Auch Haustiere erkranken an Influenza. Gegenüber 20 Minuten Online erklärte ein Experte, warum Tiere im Bett nichts verloren haben und was wir sonst dafür tun können, damit wir und unsere Lieblinge gesund bleiben.

von
Runa Reinecke

Wenn Mensch und Tier in engem Kontakt zusammenleben, kommt es unweigerlich zur Übertragung von Krankheiten. Erreger, die vom Tier auf den Menschen und umgekehrt überspringen, werden in der Fachsprache Zoonosen genannt. Beispiele solcher Erkrankungen gibt es viele: Auslöser von Q-Fieber und diversen Grippe-Erkrankungen können Fauna und Homo Sapiens gleichermassen gefährlich werden. 20 Minuten Online wollte von Jean-Michel Hatt, Direktor des Departements für Kleintiere am Tierspital in Zürich, wissen, wie sich der Bedrohung durch gefährliche Viren und Bakterien begegnen lässt.

Herr Hatt, laufen Haustiere Gefahr, sich mit dem A/H1N1-Erreger anzustecken?

Verschiedene Tiere können sich an Schweinegrippe anstecken. Allerdings muss unterschieden werden, ob es sich bloss um einen Nachweis von Antikörpern im Blut des Tiers oder ein Auftreten von Symptomen handelt.

Und wie lässt sich das erkennen? Fangen Hund und Katze an zu niesen?

Eine Influenza kann beim Tier ähnliche Symptome wie beim Menschen auslösen. Dazu gehören beispielsweise Nasenausfluss, tränende Augen oder Fieber. Eine solche Infektion verläuft von Fall zu Fall unterschiedlich.

Welche Tiere sind besonders gefährdet?

Nach jetzigem Wissensstand sind viele Tiere empfänglich – unser besonderes Augenmerk gilt aber dem Nutzgeflügel, zum Beispiel Hühnern und Schweinen.

Wie kann ich vermeiden, dass ich mein Tier anstecke?

Beim Kontakt mit dem Tier stets auf eine vernünftige Hygiene achten. Dazu gehört gründliches Händewaschen, bevor und nachdem man mit dem Tier Umgang hat. Mit ein Grund dafür, dass Tiere im Bett nichts verloren haben.

Wie sieht es umgekehrt aus: Können Hund, Katze oder Meersäuli einen Menschen mit einer Influenza anstecken?

Das ist eher unwahrscheinlich. Mir persönlich ist kein einziger Fall bekannt.

Kann eine Grippe für ein Tier ein chronisches Stadium annehmen – ähnlich dem Kaninchen-Schnupfen, der bei den Langohren meist tödlich verläuft?

Normalerweise heilt eine Grippe beim Tier aus. Der Kaninchen-Schnupfen ist mit der Influenza nicht vergleichbar, da es sich dabei um eine bakterielle Infektion handelt.

Stichwort Bakterien: Gibt es Keime, die häufig bei Tieren vorkommen und für Menschen gefährlich werden können?

Die meisten Reptilien scheiden Salmonellen aus. Diese sind ansteckend und können auch auf den Menschen übertragen werden. Deshalb sollte man diese Tiere weder mit ins Bett nehmen noch abküssen. Auch hier ist Hygiene oberstes Gebot.

«Fiffi: Raus aus dem Bett!»

Über tiergerechte Haltung lässt sich bekanntlich streiten: Während es sich Rex im Körbchen bequem macht, schläft Fiffi bei Herrchen und Frauchen im Bett. Darf das Tier noch Tier sein, oder sind Hunde und Katzen gar die besseren Menschen? Erzählen Sie uns, wie Ihr Tier bei Ihnen haust und ob das Zusammenleben auch schon zum unfreiwilligen Austausch von Krankheiten führte.

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