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Alex Freis VerletzungFifty-fifty, dass Frei gegen Spanien fit ist

20 Minuten Online hat einen Experten in Sachen Fussverletzungen zu Alex Freis Fall befragt. Seine Aussagen versprühen vorsichtigen Optimismus.

von
Patrick Toggweiler

(Video: 20 Minuten Online)

Als Nati-Teamarzt Cuno Wetzel gestern Abend der versammelten Journalistenschar Auskunft über Alex Freis Verletzung gab, hielt er sich so bedeckt wie nur möglich. Und so kamen nichtssagende Sätze über seine Lippen wie: «Wann Frei wieder trainieren kann, hängt vom Heilungsverlauf ab. Eine Prognose ist derzeit unmöglich», oder auf die Frage nach einem Erfahrungswert im Zusammenhang mit solchen Verletzungen: «Das gibt es, aber das möchten wir lieber nicht sagen.» Was Wetzel aber doch noch verrät: Die Knochen und die Bänder sind nicht verletzt. Wetzels Vorgehen ist verständlich. Er will keine Hoffnungen schüren – aber gleichzeitig auch niemanden verunsichern.

Klartext hingegen redet Thomas Rutishauser, Oberarzt für Fusschirurgie an der Schulthess Klinik: «Im Sprunggelenk gibt es mehrere stabilisierende Faktoren. Zum einen sind das die Bänder, zum anderen die Muskulatur. Aufgrund ihrer gut trainierten Muskulatur und Koordinationsfähigkeit können Fussballer die Stützfunktion von losen Bändern kompensieren.» Sollte Alex Frei die Bänder im Sprunggelenk also leicht gedehnt haben, muss ihn das nicht an einem Einsatz hindern. Hinderlich - und das betont auch Teamarzt Wetzel - sind die Schmerzen.

Hitzfeld spricht über Freis Verletzung

Die Schmerzen haben ihren Ursprung im Bluterguss und der Schwellung: «Aufgrund der Informationslage kann man davon ausgehen, dass sowohl Knochen als auch Sehnen nicht ernsthaft beschädigt sind. Die Schwellung rührt deshalb wahrscheinlich von einem lädierten Kapselbandapparat her. Je grösser die Beschädigung, desto grösser ist meistens die Schwellungsneigung. Letztere wird durch eine Einblutung in das umliegende Gewebe verursacht. Die damit verbundene Entzündungsreaktion ist schmerzhaft», so Experte Rutishauser. «Am wichtigsten ist es, die Schwellung und damit auch die Schmerzen zu verringern. Gelingt dies, sollte es möglich sein, dass Alex Frei gegen Spanien aufläuft oder wenigstens teileinsatzfähig ist.» Konkret: «Die Chance, dass Alex Frei gegen Spanien zum Einsatz kommen kann, erachte ich als fifty-fifty».

Cuno Wetzel spricht über Freis Verletzung

Und sollten alle Stricke reissen, gibt es immer noch die Ultima Ratio: «Wenn es hart auf hart kommt, kann man mit schmerzstillenden Spritzen die Schmerzen auf ein erträgliches Mass senken.»

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