Diegten BL: Filialleiter inszenierte Raubüberfall auf Volg
Aktualisiert

Diegten BLFilialleiter inszenierte Raubüberfall auf Volg

Der Überfall auf eine Volg-Filiale letzte Woche war erfunden. Das angeblich Opfer und der «Räuber» machten gemeinsame Sache.

von
aj
Die Polizei hat gegen den Filialleiter des Ladens ein Verfahren wegen Irreführung der Rechtspflege eingeleitet.

Die Polizei hat gegen den Filialleiter des Ladens ein Verfahren wegen Irreführung der Rechtspflege eingeleitet.

Google Streetview

Am 9. Dezember vermeldete die Baselbieter Polizei einen Raubüberfall auf die Volg-Filiale in Diegten. Der 26-jährige Filialleiter wurde angeblich von zwei maskierten Männern überwältigt. Die Täter seien daraufhin mit Bargeld geflüchtet.

Wie die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft am Mittwoch mitteilte, verdichteten sich im Verlaufe der Ermittlungen, dass das entwendete Bargeld nicht bei einem Raubüberfall erbeutet wurde. Vielmehr geriet das vermeintliche Überfallopfer in Verdacht, den angeblichen Raub zusammen mit einem mutmasslichen Mittäter inszeniert und das Geld entwendet zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft hat in der Folge gegen das angebliche Opfer und den mutmasslichen Mittäter eine Strafuntersuchung unter anderem wegen Diebstahls sowie wegen Irreführung der Rechtspflege eingeleitet.

Wenig vergleichbare Fälle

Laut der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft gibt es wenig vergleichbare Fälle. Sprecher Michael Lutz kann sich an einen Fall erinnern, als eine Frau vor einigen Jahren einen Raubüberfall an einem Bancomaten inszenierte. Doch wie der Filialleiter flog auch sie auf. Laut Lutz gilt für Irreführung der Rechtspflege ein Strafrahmen von einer Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe.

Der Volg-Filialleiter muss aber auch mit Konsequenzen seines Arbeitgebers rechnen. Laut Volg-Mediensprecherin Tamara Scheibli hat der 26-jährige einige tausend Franken erbeutet. Ob er deswegen seine Stelle verliert, wollte sie auf Anfrage aber nicht sagen.

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