150’000 Fr. fehlen – Filialleiter verspielt Geld von Laden in Casino

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150’000 Fr. fehlenFilialleiter verspielt Geld von Laden in Casino

Ein Mann (29) entnahm regelmässig Bargeld aus dem Tresor eines Detailhändlers im Kanton St. Gallen, um damit seine Spielsucht zu finanzieren. Nun wurde er per Strafbefehl verurteilt. 

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Der Filialleiter eines Ladens … 

Der Filialleiter eines Ladens … 

Tio/20minuti
… hat Geld des Arbeitgebers im Casino verspielt (Symbolbilder). 

… hat Geld des Arbeitgebers im Casino verspielt (Symbolbilder). 

Tio/20minuti
Ein Teil davon wurde auch in Onlinecasinos eingesetzt (Symbolbild). 

Ein Teil davon wurde auch in Onlinecasinos eingesetzt (Symbolbild). 

20min/Thomas Hagnauer

Darum gehts

Während eines halben Jahres hat ein heute 29-jähriger Mann in einem Elektrofachgeschäft regelmässig Geld aus Couverts, die im Tresor des Arbeitgebers lagen, an sich genommen und dieses bei Glücksspielen eingesetzt. Eigentlich hätte er das Geld, das aus den Kassen des Geschäfts stammte, in sogenannte Safebags legen sollen und diese einem Drittunternehmen übergeben müssen, welches die Einnahmen der Filiale auf das Konto des Arbeitgebers einzahlte.

Doch der ursprünglich aus Nordmazedonien stammende Mann nahm regelmässig Geld aus den Couverts, mal mehr, mal weniger, insgesamt laut Staatsanwaltschaft über 230’000 Franken. «Er tat dies jeweils, um seine Glücksspielsucht zu finanzieren», heisst es im Strafbefehl. Das Geld setzte er für Glücksspiele in Casinos in Liechtenstein, Deutschland und Österreich sowie in Onlinecasinos ein. 

Teilweise gewann er und liess Geld wieder zurück in die Kassen des Arbeitgebers fliessen. Schlussendlich ergab sich jedoch ein Fehlbetrag von fast 150’000 Franken. Um die Geldentnahme zu vertuschen, wurden auf Formularen teilweise erfundene Nummern, Namen sowie Unterschriften eingetragen. Somit machte sich der Mann der Urkundenfälschung schuldig. 

Reue gezeigt

Der Mann wurde von der St. Galler Staatsanwaltschaft  wegen mehrfacher Veruntreuung und Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 30 Franken verurteilt. Die Strafe wurde bedingt ausgesprochen, mit einer Probezeit von zwei Jahren. Die Staatsanwaltschaft würdigt, dass der Mann geständig war und Reue zeigte. Die Kosten für das Verfahren sowie die amtliche Verteidigung  von rund 4500 Franken werden dem 29-Jährigen auferlegt. Der Arbeitgeber kann das veruntreute Geld auf dem Zivilweg zurückfordern. 

Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig.

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(jeb)

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