Aktualisiert 02.11.2011 19:10

«Tower Heist»

Film-Abrechnung mit Börsenspekulanten

Ben Stiller und Eddie Murphy in einer unterhaltsamen Actionkomödie über die Macht des «kleinen» Mannes.

Der Schock sitzt tief, als die Belegschaft eines exklusiven Wolkenkratzers in New York erfahren muss, dass ihr Chef Arthur Shaw (süffisant: Alan Alda) seine Wall-Street-Milliardenverluste unter anderem mit ihren Pensionskassengeldern gemacht hat. Als sich der pensionsreife Portier Lester (Stephen Henderson) gar vor die U-Bahn werfen will, entschliesst sich Josh Kovacs (für einmal ernster als sonst: Ben Stiller) zum Vergeltungsschlag. Zusammen mit seinen Kollegen Enrique (Michael Pena), Charlie (Casey Affleck) und dem bankrotten Mr. Fitzhugh (Matthew Broderick) will er jene 20 Millionen Dollar aus Shaws Penthouse stehlen, von denen ihm die FBI-Agentin Claire Denham (Téa Leoni) bei einem Bar-Talk erzählt hat. Das nötige Gangster-Know-how holen sich die Aushilfsgangster vom Ex-Knacki Slide (wieder ganz der Alte: Eddie Murphy).

Anders als etwa «Margin Call» oder «Wall Street: Money Never Sleeps» nutzt «Tower Heist» die Finanzkrise für eine Popcorn-Komödie mit garantiertem Happy End. Der Auftragsregisseur Brett Ratner («Rush Hour», «The Family Man») war noch nie auf Originalität aus. Vielmehr inszenierte er diese Abrechnung mehrerer kleiner Angestellter mit einem Finanzhai als gefällige Unterhaltungskost für die breite Kinomasse. Die vorhersehbare Story wird mit herrlich schrägen Charaktertypen, viel Situationskomik und einem gegen den Schluss hin gekonnten Suspense-Timing gut kaschiert. So braucht man weder Börsenwissen noch ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium, um mit diesen «kleinen grossen Helden» mitzufiebern. Krachende Action, coole Sprüche und Christophe Becks instrumentaler Soundtrack erledigen den Rest.

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