Zürich: Filmemacher siegt über Kult-Café Odeon

Aktualisiert

ZürichFilmemacher siegt über Kult-Café Odeon

Ein langjähriger Zürcher Filmproduzent ist sich mit dem Geschäftsführer des bekannten Zürcher Cafés Odeon in die Haare geraten. Der ungeliebte Gast wurde wegen Hausfriedensbruchs angeklagt und nun freigesprochen.

von
Attila Szenogrady

Der heute 63-jährige Filmproduzent aus dem Zürcher Seefeld musste sich am Montag wegen Hausfriedensbruchs vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Bei einem Schuldspruch drohte dem begüterten Filmemacher neben einer bedingten Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu 340 Franken eine Busse von 900 Franken. Zudem die Auflage sämtlicher Gerichtskosten.

Hausverbot im Café Odeon

Doch weshalb musste sich der erfahrene Künstler überhaupt vor einem Strafrichter verantworten? Die kurze Antwort lieferte die Anklageschrift, die auf den September 2009 zurück ging. Damals gerieten sich der Angeklagte und der Geschäftsführer des Zürcher Kult-Cafés Odeon gegenseitig in die Haare. Der genaue Grund des Zerwürfnisses blieb auch laut Anklage unklar. Fest steht, dass der Odeon-Chef seinen nun ungeliebten Gast mit einem Hausverbot belegte.

Freispruch trotz Hausverbot

Als der spätere Angeklagte im letzten Mai wieder im Odeon auftauchte, lagen die rechtlichen Folgen auf der Hand. Er wurde vom Lokal bei der Staatsanwaltschaft verzeigt. Diese erhob im vergangenen November Anklage. Allerdings ohne Erfolg. So kam das Bezirksgericht Zürich nun zu einem Freispruch. Obwohl der Angeschuldigte laut Urteil in objektiver Hinsicht einen Hausfriedensbruch begangen hatte, kam das Gericht aus subjektiven Gründen zu einem entlastenden Schluss. So hatte der Angeschuldigte jeglichen Vorsatz bestritten und geltend gemacht, dass er sich eines immer noch geltenden Hausverbotes gar nicht bewusst gewesen sei. Infolge des Freispruchs wurden sämtliche Untersuchungs- und Gerichtskosten auf die Staatskasse genommen.

Fall noch nicht abgeschlossen

Der zuständige Staatsanwalt Jürg Boll wollte am Montag den Freispruch noch nicht kommentieren. Er wolle zunächst das schriftlich begründete Urteil abwarten, erklärt er auf Anfrage und behielt sich damit eine mögliche Berufung gegen den Freispruch vor. Demnach ist die Angelegenheit für den Filmproduzenten noch nicht ganz abgeschlossen.

Deine Meinung