Aktualisiert 06.07.2016 13:25

Luzern

Filmprofis aus Hollywood lehren HSLU-Nachwuchs

Fünf Schweizer Animatoren aus Hollywood helfen während sechs Wochen ausgewählten Studenten der HSLU in Sachen fortgeschrittene Computeranimation auf die Sprünge.

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emi/sda
Eine Szene aus "How To Train Your Dragon." Der gebürtige St. Galler Simon Otto war der künstlerische Leiter dieses Animationsfilms.

Eine Szene aus "How To Train Your Dragon." Der gebürtige St. Galler Simon Otto war der künstlerische Leiter dieses Animationsfilms.

Kein Anbieter/Dreamworks

Die Hochschule Luzern – Design & Kunst glänzt bald im Hollywood Modus: Vom 1. August bis 9. September findet zum ersten Mal die Lumaa, die Lucerne Master Academy of Animation, statt. Unter der Regie von Simon Otto und vier weiteren Schweizer Animatoren erhalten ausgewählte Studenten ein sechswöchiges Training für fortgeschrittene Computeranimation.

Internationaler Durchbruch

Zu den Dozenten der Master Academy für Computeranimation zählen die Schweizer Aushängeschilder Simon Otto («How to Train Your Dragon»), Michael Aerni («Planet der Affen», «Der Hobbit»), Simon Christen («Ratatouille», «Inside Out»), Jean-Denis Haas («Avatar», «Star Trek») und Stefan Schumacher («Brave», «Monster University»). Alle fünf gehören der kleinen Schar von Animationsprofis an, die aus der Schweiz den internationalen Durchbruch nach Hollywood geschafft haben. «Wir mussten die Schweiz verlassen, um im Ausland Animation zu studieren, während wir nebenher Geld verdienen oder von unseren Eltern leihen mussten. Es war nicht wirklich ein einfacher Weg», schreibt der gebürtige St. Galler Simon Otto in einer Erklärung.

Damit stelle die Partnerschaft mit der Hochschule eine Chance dar, um die Brücke zwischen Vorreitern und aufstrebenden Talenten zu schlagen. «Wir wollen aktiv mithelfen am gemeinsamen Weg zukünftiger Schweizer Animatoren», schreibt Otto weiter. Das Ziel der Kooperation sei, in der Schweiz lebenden Animatoren einen praxisnahen Einblick in die hohe Kunst der Animation zu bieten. Dabei gehe es nicht darum aufzuzeigen, wie man in Hollywood einen Job bekommt. Vielmehr gehe es darum, die richtigen Instrumente mitzugeben, mit denen man überall erfolgreich als Animator arbeiten kann.

Virtueller Charakter soll unterhaltsam und attraktiv sein

Zum Erfolgsrezept schreibt der 43-jährige Otto, dass er und seine Animationskollegen alle Glück gehabt und Beharrlichkeit gezeigt hätten. Zudem hätten ihnen auf dem Weg in den Beruf immer wieder Menschen Feedbacks gegeben und Ratschläge erteilt. Diese Rolle möchte nun die Kooperation für den Schweizer Nachwuchs übernehmen.

Bewerben für den Kurs konnten sich Personen, die Schweizer sind oder einen Bezug zum Schweizer Animationsfilm haben. An der Lumaa nehmen fünf Frauen und 15 Männer teil, wie die HSLU am Mittwoch mitteilte. Es handle sich um vielversprechende Talente, die sich bereits auf fortgeschrittenem Niveau in Computeranimation bewegen. Insgesamt stammen neun Studenten aus Luzern, weitere aus Potsdam und Viborg sowie elf weitere Filmschaffende.

Die Kursteilnehmer sollen mit den Animationsprofis praktische Übungen durchführen und Videosequenzen herstellen. Weiter möchten die Filmprofis aus Hollywood aufzeigen, wie man einen virtuellen Charakter unterhaltsam, attraktiv und glaubwürdig agieren lässt. Die Schwerpunkte des Kurses liegen bei Character Walk, Close Up Acting and Lipsynch, Creature Animation sowie Human Acting.

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