Filmreife Flucht per Helikopter
Aktualisiert

Filmreife Flucht per Helikopter

Mit einem Helikopter ist am Sonntag ein Häftling aus einem belgischen Gefängnis befreit worden. Zwei Kumpanen des 33 Jahre alten Mannes hatten den Helikopter nach Angaben der Polizei für einen Rundflug gemietet.

Nach dem Start zwangen sie den Piloten und einen Fluglehrer mit einer Handgranate und vorgehaltener Pistole, Kurs auf das Gefängnis Lantin nördlich von Lüttich zu nehmen. Dort landeten sie im Innenhof und liessen den Häftling zusteigen. Nach dem Flug verschwanden die drei Männer zu Fuss in einem Wald.

Der 33-Jährige sass wegen schweren Diebstahls und Betruges ein. Er war vor einigen Monaten in der Nähe von Gerona (Spanien) bei einem Lokaltermin geflohen und später in Lüttich aufgegriffen worden.

Die Komplizen waren mehrfach mit dem Helikopter über der Strafanstalt gekreist, um jenen Innenhof zu finden, in dem sich der fragliche Häftling befand. Während der Landung in dem engen Hof brach unter den Gefangenen eine Panik aus.

Pilot und Fluglehrer erlitten einen Schock. Wie Mitarbeiter des Flugunternehmens berichteten, hatte einer der beiden Befreier die Handgranate gezündet, doch konnte der Pilot sie aus dem Helikopter werfen.

Belgiens Justizministerin Laurette Onkelinx zeigte sich "erleichtert" darüber, dass kein Gefängnisaufseher zu Schaden kam. Sie kündigte eine genaue Untersuchung des Vorgangs an. Erst im August vergangenen Jahres hatte die Massenflucht von 28 Sträflingen aus der Haftanstalt Dendermonde in Belgien für Aufsehen gesorgt.

(sda)

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