29.02.2020 20:05

Algorithmen

Filtert Tiktok Videos nach Hautfarbe?

Ein amerikanischer Wissenschaftler wirft Tiktok vor, eine Filter-Blase zu kreieren. Dabei soll auch die Hautfarbe der Creators eine Rolle spielen.

von
doz
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Tiktok zeige Vorschläge basierend auf der Hautfarbe der Creators, findet ein US-Forscher.

Tiktok zeige Vorschläge basierend auf der Hautfarbe der Creators, findet ein US-Forscher.

Jessica Hill
Das kreiert eine beinahe nicht zu durchbrechende Filterblase.

Das kreiert eine beinahe nicht zu durchbrechende Filterblase.

Anatoliy Sizov
Durchgesetzt hat sich aber beispielsweise Loren Gray (17). Sie hat mehr Follower auf Tiktok als jeder andere Mensch. Sie postet für 38 Millionen User. Weitere bekannte Tiktoker sind: Hier geht es zu ihrem Profil.

Durchgesetzt hat sich aber beispielsweise Loren Gray (17). Sie hat mehr Follower auf Tiktok als jeder andere Mensch. Sie postet für 38 Millionen User. Weitere bekannte Tiktoker sind: Hier geht es zu ihrem Profil.

Instagram/loren

Der Algorithmus der Kurzvideo-Plattform Tiktok versucht, so gut wie möglich vorauszusagen, welche Videos dem individuellen Nutzer am besten gefallen könnten. Dabei geht er manchmal zu weit, wie Marc Faddoul, ein Wissenschaftler der UC Berkeley School of Information, findet.

Bei genauerer Betrachtung der Vorschläge, die Tiktok ihm lieferte, fiel ihm auf, dass die Personen, die ihm vorgeschlagen wurden, jenen, denen er bereits folgte, sehr ähnlich sahen. Insbesondere die Hautfarbe, die Haarfarbe und das Alter ähnelten den bereits gelikten Accounts sehr.

Kollaborative Filter

Um seine Theorie zu testen, legte der Forscher einen neuen Tiktok Account an, wie «Wired» berichtet. Folgte er damit einer dunkelhäutigen Frau, wurden ihm drei weitere dunkelhäutige Frauen vorgeschlagen. Dem aber nicht genug. Folgte Faddoul einem asiatischen Mann, der seine Haare gefärbt hatte, wurden ihm weitere asiatische Männer mit gefärbten Haaren vorgeschlagen. Ähnlich verhielt es sich mit Personen, die eine sichtbare physische Behinderung hatten.

Tiktok behauptet, für seine Algorithmen keine Profilbilder zu verwenden. Auch sei es ihnen nicht gelungen, die Resultate, die Faddoul erzielte, zu reproduzieren. Tatsache ist aber, dass die App ein sogenanntes kollaboratives Filterverfahren verwendet, das Videos basierend auf der Aktivität anderer Nutzer vorschlägt. Dies könnte zu einer unbewussten Verzerrung führen.

«Tiktok kreiert eine Filterblase»

«Die Plattform wird stark vom Aussehen ihrer Nutzer angetrieben. Daher kann das kollaborative Filtern dazu führen, dass auch die Vorschläge stark auf dem Aussehen basieren, selbst wenn das Profilbild eines Nutzers nicht in den Algorithmus mit eingerechnet wird», sagt Faddoul. Tiktok glaube wohl, ein personalisiertes Angebot zu kreieren, tatsächlich bilde es aber vor allem eine Filterblase, in der man immer nur das Gleiche vorgeschlagen bekommt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Tiktok vorgeworfen wird, gewisse Creators aufgrund ihrer Hautfarbe zu bevorteilen oder zu benachteiligen. Bereits 2019 schlossen sich einige Nutzer zusammen und baten das Unternehmen um eine bessere Repräsentation aller Hautfarben und Herkünfte auf der «For You»-Seite.

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