Aktualisiert 06.06.2005 17:54

Fin Bec: Wenn die Côte du Rhône bis ins Wallis reicht

Ein Walliser Winzer geht neue Wege und kreiert grenzüberschreitende Tropfen mit Schweizer Wurzeln.

Yvo Mathier kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, einen neuen Wein zu lancieren. Zur Taufe seiner neusten Weine (siehe Kästen unten) hat der Walliser Winzer Freunde und Medien kurzerhand zu einem Abstecher nach Marseille eingeladen. So übertrieben der Ausflug erscheinen mag, er hat seine Gründe. Nicht nur ist Mathier ein «leidenschaftlicher Fan» der Rhône, die im Wallis ihren Ursprung hat und in Marseille mündet. Auch die neuen Weine Fin Bec Mer und Fin Bec Terre überschreiten buchstäblich Grenzen. Das Traubengut stammt sowohl aus der Schweiz als auch aus Frankreich. Gemeinsam ist ihnen, dass alle Reben an den Ufern der Rhône wachsen. Ein Novum für Schweizer Weine.

«Als Weinbauern haben wir keine Berechtigung, wenn wir alles gleich machen wie die anderen», erläutert Mathier. Der Grenzübertritt geht deshalb noch weiter: Für die Kreation hat Mathier die Engländerin Jane Masters, Direktorin des Instituts Master of Wine, hinzugezogen – mit dem Anspruch, Weine für einen internationalen Markt zu erzeugen.

Mit Masters zusammen hat sich Mathier die ganze Rhône hinunter durchdegustiert, um die besten Trauben zu finden – angefangen beim Rhône-Gletscher bis hin ans südliche Ende der französischen Côte du Rhône.

«Für mich bedeutet es, den önologischen Aus- und Aufbruch aus der Schweiz ohne die Wurzeln zu vergessen», sagt Mathier.

Jan Graber

Fin Bec Mer: Wunderbare Säure

Der Weisse Fin Bec Mer ist eine Assemblage aus Walliser Chardonnay-, Chasselas- und Petite-Arvine-Trauben und französischen Viognier-Trauben.

Er zeigt eine blasse, fast grünliche Farbe und steigt mit intensiven, exotischen Aromen in die Nase.

Ein Versprechen, das er im Gaumen allerdings nur bedingt erfüllt: Zwar spricht der Tropfen an und bringt eine wunderbare Säure, bricht im Abgang aber ein bisschen zu schnell weg.

Fin Bec Terre: Kurzer Abgang

«Vom Schweizer Traubenanteil erwarten wir Frische und Frucht, von Frankreich die Wucht und die Struktur», sagt Mathier.

Aus dem Wallis kommen beim Fin Bec Terre Cabernet Sauvignon und Pinot Noir, von der Côte du Rhône stammen Syrah und Grenache.

Die Nase zeigt warme, kräftige Aromen, im Gaumen zeigt sich der Wein sehr zugänglich mit schön eingebundenen Tanninen. Auch dieser Tropfen bringt jedoch nur einen relativ kurzen Abgang auf.

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