«Fall Wieser»: Final-Verlierer Kloten prüft rechtliche Schritte

Aktualisiert

«Fall Wieser»Final-Verlierer Kloten prüft rechtliche Schritte

Die Frage, was der Präsident jenes Teams denkt, der das Finale gegen eine Mannschaft mit einem gedopten Spieler verloren hat, provoziert einen kultivierten Zornausbruch. Jürg Bircher ist sauer, stocksauer.

von
Klaus Zaugg

Aber er legt gegenüber 20 Minuten Online Wert auf eine Feststellung: «Der HC Davos hat den Titel verdient gewonnen. Es geht uns also nicht darum, diesen Erfolg anzufechten und auf juristischem Weg zur Meisterschaft zu kommen. Das wäre gegen das Interesse unserer Mannschaft und auch gegen meine Überzeugung.»

HCD wird Titel nicht verlieren

Also keine Angst, der HCD wird den Titel nicht am grünen Tisch verlieren. Es geht Bircher darum, solche Fälle künftig schneller, sportlicher und gerechter zu lösen. «Der Präsident des HC Davos hat mich sehr früh darüber informiert, dass er einen Problemfall habe. Ich war immer davon ausgegangen, es sei Peter Guggisberg. Ich konnte mir keinen anderen Grund vorstellen, warum Ralph Krueger Guggisberg nicht für die WM aufgeboten hat als ein laufendes Dopingverfahren. Dass es Dino Wieser ist, hat mich überrascht.»

Wieser erzielte nach Kontrolle entscheidendes Tor

Bircher vertritt gegenüber 20 Minuten Online die Meinung, dass gerade während der Playoffs die Resultate der Dopingkontrolle viel früher vorliegen und Sperren schneller ausgesprochen werden müssen. «Dino Wieser hat, bereits nachdem er erwischt worden ist, gegen uns im siebten Spiel ein Tor geschossen, das die Meisterschaft entschieden hat (Wieser erzielte beim 2:1 das 1:1 - die Red.). Die Davoser wussten zu diesem Zeitpunkt bereits, dass Wieser mit einer Sperre rechnen musste. Wie man es auch dreht und wendet: Wir haben die Meisterschaft auch wegen einem Treffer eines gedopten Spielers verloren, der bereits in der Dopingkontrolle erwischt worden war. Das ändert nichts daran, dass wir den HCD als sportlichen Sieger vorbehaltlos respektieren. Aber es bleibt so ein fader Nachgeschmack.»

Bircher sagt, er werde nach einer Sitzung mit dem Verwaltungsrat durch einen Juristen den ganzen Fall überprüfen lassen. «Nicht um das gültige Resultat der Meisterschaft anzufechten. Sondern um die rechtlichen Schritte einzuleiten, die uns allen helfen, solche Situationen künftig zu vermeiden.»

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