Gelbe Gefahr: Finalissima ohne Wölfli, Huggel und Shaqiri?

Aktualisiert

Gelbe GefahrFinalissima ohne Wölfli, Huggel und Shaqiri?

Das «Endspiel» in der Axpo Super League zeichnet sich immer mehr ab. Gut möglich allerdings, dass auf beiden Seiten wichtige Spieler fehlen.

von
Reto Fehr

Noch zwei Spiele, und die Schweiz hat wieder eine Finalissima. Falls YB in den nächsten beiden Runden mehr Punkte als Basel gewinnt, kommt es nicht dazu. Aber damit rechnet niemand. Schon vor der letzten Runde war die Wahrscheinlichkeit für einen Showdown bei 76 Prozent. Jetzt dürfte diese noch höher sein.

Verpassen will das «Endspiel» niemand. Seydou Doumbias Verletzung dürfte nicht schlimm sein. Eine MRI-Untersuchung wegen seiner Adduktorenverletzung wird heute Nachmittag noch durchgeführt. «Der jetzige Stand ist, dass wohl erst am Mittwoch entschieden wird, ob er gegen St. Gallen spielt», erklärt Medienchef Albert Staudenmann auf Anfrage von 20 Minuten Online.

19 Spieler gefährdet

Neben Verletzungen droht den Spielern aber noch eine andere Gefahr: Spielsperren. Auf beiden Seiten stehen diverse wichtige Akteure noch eine weitere Gelbe Karte vor einer Sperre. Auf Seiten der Berner sind dies Torhüter Marco Wölfli (3), Abwehrchef Emiliano Dudar (7), Stürmer Henri Bienvenu (3) sowie die Ersatzspieler Marc Schneider (3) und Matar Coly (3). Auf Basler Seite hängt das Damoklesschwert über den Verteidigern Atan Cagdas (11), David Abraham (3), Behrang Safari (7), Beg Ferati (3), Captain Benjamin Huggel (7), WM-Kandidat Xherdan Shaqiri (3) und Regisseur Antonio da Silva (3).

«Es gibt kein Taktieren»

Im Idealfall holen die Spieler keine Gelbe Karte mehr und können dreimal eingesetzt werden. Aber vor allem bei den Verteidigern ist dies leichter gesagt als getan. Darum stellt sich die Frage: Soll man sich in den nächsten zwei Partien zurückhalten oder im nächsten Spiel die Gelbe Karte abholen, damit die Sperre «nur» für die zweitletzte Runde gilt? Offiziell wird die zweite Variante natürlich nicht in Betracht gezogen. «Wir drängen die Spieler auf keinen Fall, eine Verwarnung absichtlich abzuholen. Ein Taktieren gibt es nicht. Unsere Akteure werden wie immer angehalten, fair zu spielen und möglichst keine Karte zu kassieren», so YB-Medienchef Staudenmann.

Eine absichtliche Gelbe Karte könnte sich auch als Rohrkrepierer entpuppen. In Artikel 17 des Reglements über das Disziplinarwesen der SFL steht: «Falls es sich herausstellt, dass ein Spieler absichtlich eine Verwarnung provoziert, um vorzeitig eine Spielsperre zu erwirken, wird er für ein zusätzliches Spiel gesperrt.» Dies zu beweisen bleibt schwer. Aber man weiss ja nie.

Basels Verteidigung in Gefahr

Treffen könnte es auf jeden Fall beide Teams hart. Würde bei YB Wölfli ausfallen, müsste wohl Paolo Collaviti das Tor hüten. Er kam in dieser Saison noch nie zum Einsatz. Dass Abwehrchef Dudar für die Berner fast nicht ersetzbar ist, bewiesen die Spiele, in welchen er fehlte: Zwei von vier gingen verloren. Bienvenus Ausfall wäre wohl am ehesten verkraftbar, aber der Kameruner war immerhin in 13 Partien bei zwölf Treffern beteiligt.

Noch dramatischer könnte sich die «gelbe Gefahr» für Basel auswirken. Mit Cagdas, Abraham, Safari und Ferati droht praktisch der gesamten Verteidigung eine Sperre. Einzig Samuel Inkoom mit bisher sechs gelben Karten hat noch ein Polster. Im dümmsten Fall könnte aber auch er noch eine Sperre kassieren. Auch im Mittelfeld drohen Ausfälle. Huggel ist als Aggressivleader bekannt, dem jungen Shaqiri könnten in der heissen Phase die Sicherungen durchgehen und auch Da Silva muss sich zurückhalten.

Neben den Spielern mit 3, 7 oder 11 Karten stehen in beiden Kadern auch Akteure, die im Fall von je einer gelben Karte in den nächsten zwei Spielen die sich abzeichnende Finalissima verpassen. Wer das ist, erfahren Sie in der obenstehenden Bildstrecke.

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