Aktualisiert 19.06.2015 05:58

Tour de Suisse 2015Finalissima verwandelt Bern in Radsporthochburg

Das Finalwochenende der Tour de Suisse wird gegen 100'000 Radsportfans in die Region Bern locken. Die Bundesstadt rüstet
sich für das Volksfest.

von
meo
Lokalmatador Cancellara während dem Zeitfahren 2009 auf dem Laeuferplatz in der Berner Altstadt.

Lokalmatador Cancellara während dem Zeitfahren 2009 auf dem Laeuferplatz in der Berner Altstadt.

Seit Monaten laufen in Stadt und Region die Vorbereitungen für den Grossanlass auf Hochtouren. Zum ersten Mal seit sechs Jahren zieht der Tour-de-Suisse-Tross wieder durch die Bundesstadt: «Wir erwarten gegen 100'000 Radsport-Begeisterte», sagt Michael Schild, Berner TDS-Projektleiter. Insgesamt sind 513 Volunteers im Einsatz, hauptsächlich für die Sicherheit der Strecke. Hinzu kämen zahlreiche Kräfte von Polizei und Militär, sagt Schild.

Pumptrack auf dem Bundesplatz

Für die erwarteten Menschenmassen gibts Fan-Zonen im Start- und Zielbereich beim Stade de Suisse, beim Aargauerstalden, der als Bergpreis gewertet wird, in der Innenstadt sowie auf dem Bundesplatz. Vor dem Bundeshaus werden Biker auf einer temporären und für alle zugänglichen Pumptrack-Anlage ihr Können demonstrieren.

Auch das Zentrum von Köniz hat sich herausgeputzt: Dort steigt ein grosses Velofest, inklusive Fan-Zone, Attraktionen und Unterhaltungsprogramm.

Kein Siegerküsschen vom Stapi

Die 8. Etappe am Samstag führt die Fahrer über einen Rundkurs durch Bern und Köniz. Zu absolvieren sind insgesamt vier Runden mit Start und Ziel beim Stade de Suisse. Die sonntägliche Schlussetappe, ebenfalls ein Rundkurs, wird als Einzelzeitfahren ausgetragen. Die einheimischen Radsportfans hoffen dabei vor allem auf Lokalmatador und Zeitfahr-Spezialist Fabian Cancellara. «Es wäre schön, wenn ich an der Berner Etappe einem Berner das Freiburger Käseleibchen überstreifen dürfte», sagt Alexander Tschäppät. Für das Siegerküsschen will sich der Stapi aber nicht einspannen lassen: «Das überlasse ich den Ehrendamen – die können das besser als ein bärtiger Politiker.»

Das Interesse an der viertgrössten Radrundfahrt der Welt ist auch international riesig: Die Fernsehbilder aus Bern werden in 110 Länder übertragen. Für Bern-Tourismus-Direktor Markus Lergier ist «seine» Stadt die logische Wahl für die Finalissima: «Bern ist als Sportstadt der richtige Ort für die Schlussetappe dieses Radklassikers», lässt er sich zitieren.

Radteams logieren ausswärts

Einzig die Berner Hoteliers wollen nicht so recht in das TDS-Loblied einstimmen – trotz 1000-köpfigem Tour-Tross und 100'000 Fans, die die Region bevölkern: «Wir sind enttäuscht», sagt Beatrice Imboden, Präsidentin des Hotellerie-Verbands Bern+ Mittelland. Jedes Konzert im Stade de Suisse bringe der Stadt mehr Logiernächte als die Tour de Suisse. Sogar die Profi-Teams hätten ausserhalb der Stadt Bern Hotels gebucht.

Grossräumige Sperrungen

Am Samstag von 12 bis 19 Uhr sowie am Sonntag von 8 bis 19 Uhr werden diverse Strassen und Plätze grossräumig gesperrt und der ÖV stark eingeschränkt. Betroffen sind etwa das Berner Nordquartier, die untere Altstadt, die Schwarztorstrasse, der Loryplatz, die Seftigenstrasse sowie das Marzili- und Mattequartier. In Köniz sind unter anderem die Könizstrasse, der Spiegel, die Freiburgstrasse, Nieder- und Oberwangen sowie Nieder- und Oberscherli. Entsprechende Details sind auf tds-bern.ch abrufbar.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.