«Finanz und Wirtschaft»: Chefredaktor nimmt den Hut
Aktualisiert

«Finanz und Wirtschaft»: Chefredaktor nimmt den Hut

Die zentralen Dienstleistungen - die so genannten Backoffice-Aktivitäten - der Zeitung «Finanz und Wirtschaft» werden in die Tamedia AG integriert.

Betroffen sind 16 Mitarbeitende. Chefredaktor Peter Bohnenblust tritt zurück.

Wie die Tamedia am Montag mitteilte, bleiben Verlag und Redaktion der zweimal wöchentlich erscheinenden Wirtschaftszeitung unabhängig. Tamedia und ihre Oursourcing-Partner übernehmen Aktivitäten wie Aboservice, Finanzen, IT oder Reinigung.

Für die Übernahme der einzelnen Aktivitäten gebe es keinen Stichtag, sagte Franziska Hügli, Leiterin der Tamedia- Unternehmenskommunikation auf Anfrage. Der Termin variiere je nach Bereich. Die Massnahme diene unter anderem der Kostenoptimierung.

Die frei werdenden Gelder fliessen laut Hügli in Weiterentwicklung und Ausbau der Aktivitäten des Fachverlags «Finanz und Wirtschaft», der im Jahr 2000 von der Tamedia übernommen worden ist. Dafür wird nun gemäss Mitteilung ein Konzept erstellt. Und die Redaktion hat bis im Sommer Vorschläge für «Kostenoptimierungen im einstelligen Prozentbereich» zu erarbeiten.

Von der Übernahme der zentralen Dienstleistungen sind 16 Mitarbeitende betroffen. Für die Hälfte von ihnen sei bereits ein gleichwertiger Arbeitsplatz gefunden worden, heisst es in der Mitteilung weiter. In den kommenden Wochen werde man versuchen, weitere «vergleichbare Stellen» anzubieten, so dass möglichst wenige Personen entlassen werden müssten.

Andere Auffassung von Autonomie

Wie es im Tamedia-Communiqué weiter heisst, hat sich Peter Bohnenblust, «Finanz und Wirtschaft»-Chefredaktor und Mitglied des Verwaltungsrates, entschieden, von beiden Ämtern zurückzutreten. Der 55-Jährige ist seit 30 Jahren bei der Zeitung tätig. Er war am Montag nicht erreichbar.

Laut seinem Stellvertreter Peter Schuppli hängt Bohnenblusts Abgang direkt mit den Neuerungen zusammen. Bohnenblust habe «andere Auffassungen über den Autonomiegrad» der Zeitung. Er sei zur Zeit gesundheitlich angeschlagen und werde sicher noch zwei, drei Wochen ausfallen.

Per sofort übernimmt deshalb Schuppli die Redaktionsleitung - interimistisch, bis die Nachfolge geregelt ist. Auch Schuppli ist 55-jährig und ebenfalls seit 30 Jahren mit dabei. Zur Zeit ist er verantwortlich für das Ressort «Schweiz».

(sda)

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