Gewinn erwartet: Finanzriese ING spaltet sich auf
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Gewinn erwartetFinanzriese ING spaltet sich auf

Die niederländische Bankengruppe ING Groep NV will sich von seiner Versicherungssparte trennen und neue Aktien für 7,5 Milliarden Euro ausgeben.

«Die Trennung von Bank und Versicherung ist keine leichte Entscheidung», sagte Vorstandschef Jan Hommen. Damit werde aber der Schritt in Richtung einer einfacheren Organisation gemacht. Zudem will ING neue Aktien für 7,5 Milliarden Euro ausgeben, um staatliche Hilfen zurückzuzahlen. Für das dritte Quartal erwartet das Unternehmen, das in diesem Jahr mehr als 10 000 Stellen gestrichen hat, einen Gewinn von rund 750 Millionen Euro.

Die Versicherungssparte, deren Buchwert mit 22 Milliarden Euro angegeben wird, soll voraussichtlich innerhalb der nächsten vier Jahre an die Börse gebracht werden. Trennen will sich ING auch von seiner Internetbanking-Sparte in den USA sowie einigen kleineren Bankgeschäften in den Niederlanden. Für die in Deutschland ansässige Direktbank ING-DiBa ändert sich nach Angaben eines Sprechers dagegen nichts.

Belastung durch US-Immobilienmarkt

Die ING galt lange Zeit als der europäische Allfinanzkonzern, geschmiedet aus Bank- und Versicherungsgeschäft. In der Finanzkrise musste das Unternehmen dann aber mit einer 10 Milliarden Euro schweren Finanzspritze des Staates und Staatsbürgschaften für risikoreiche Wertpapiere gerettet werden. Die letzten Jahren «haben das Umfeld, in dem wir agieren geändert und die Komplexität des Unternehmens hat uns in der Finanzkrise nicht geholfen», räumte Vorstandschef Hommen ein. Die Umbaupläne müssen noch von der EU-Kommission genehmigt werden.

Für das dritte Quartal erwartet ING einen Gewinn von rund 750 Millionen Euro und schneidet damit besser ab als von Analysten erwartet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres gab es noch einen Verlust von rund 568 Millionen Euro. Zu dem Gewinn habe die Streichung von mehr als 10 000 Stellen in diesem Jahr beigetragen, hiess es. Verschiedene Investitionen zum Beispiel in den Immobilienmarkt der USA und in Derivate belasteten aber weiter das Geschäft. (dapd)

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