Grabungen gestartet: Finden Schatzsucher den Nazi-Zug?
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Grabungen gestartetFinden Schatzsucher den Nazi-Zug?

Die Spannung steigt: Die Grabungen nach dem Nazi-Zug haben begonnen. Die Hobby-Historiker wollen schnell Ergebnisse liefern.

von
jcg
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Noch nicht auf Gold gestossen: Andreas Richter, der die Grabungen zusammen mit Piotr Koper organisierte, spricht mit den Medien. (18. August 2016)

Noch nicht auf Gold gestossen: Andreas Richter, der die Grabungen zusammen mit Piotr Koper organisierte, spricht mit den Medien. (18. August 2016)

epa/Aleksander Kozminski
Suche nach dem verborgenen Schatz: Kranarbeiter bei den Grabungen in der Nähe von Walbrzych, wo die Hobbyhistoriker den Goldzug vermuteten. (16. August 2016)

Suche nach dem verborgenen Schatz: Kranarbeiter bei den Grabungen in der Nähe von Walbrzych, wo die Hobbyhistoriker den Goldzug vermuteten. (16. August 2016)

AP/Dariusz Gdesz
Bei Bahnkilometer 65 zwischen Breslau (Wroclaw) und Walbrzych vermutet eine Gruppe von Hobby-Historikern einen versteckten Zug der Nazis.

Bei Bahnkilometer 65 zwischen Breslau (Wroclaw) und Walbrzych vermutet eine Gruppe von Hobby-Historikern einen versteckten Zug der Nazis.

Aleksander Kozminski

Piotr Koper und Andreas Richter sind felsenfest davon überzeugt: In einem Tunnelsystem zwischen Breslau (Wroclaw) und Walbrzych steht ein Zug. Ein Zug, den die abrückenden Nazis gegen Ende des Zweiten Weltkriegs dort vergraben haben. Bis am Donnerstag wollen sie erste Ergebnisse präsentieren, wie Koper dem polnischen Sender TVP sagte.

Seit Freitag ist das deutsch-polnische Team daran, die Grabung vorzubereiten. «Wir haben eine Absperrung errichtet und mit dem Entfernen von Gestrüpp und der Einebnung des Geländes begonnen», sagte Sprecher Andrzej Gaik vergangenen Freitag vor Journalisten.

Die Grabung nach dem Goldzug

Im polnischen Walbrzych hoffen Schatzsucher auf den großen Fund.

Zwei Hobby-Schatzsucher sind überzeugt: Sie werden ihren Nazi-Goldzug voller Raubkunst und Gold finden. (Video: Reuters)

Am Dienstagmorgen sind nun die Bagger zu den Grabungsarbeiten am Bahnkilometer 65 angerückt. Über den Fortschritt der Arbeiten will die Gruppe auf ihrer Website informieren.

«Keine Nadel im Heuhaufen»

Experten der Bergbauakademie in Krakau hatten nach einer Untersuchung des Gebiets im Dezember ausgeschlossen, dass ein Zug unter der Erde versteckt ist. Die Existenz eines unterirdischen Tunnels schlossen sie hingegen angesichts von Anomalien im Gebiet nicht aus.

«Der Zug ist keine Nadel im Heuhaufen – wenn er da ist, werden wir ihn finden», sagte Gaik der Nachrichtenagentur AFP. «Wenn wir einen Tunnel finden, ist das auch ein Erfolg. Der Zug ist vielleicht im Tunnel versteckt.»

In Polen halten sich seit Jahrzehnten hartnäckig Gerüchte um zwei verschwundene Nazi-Züge voller Gold, Schmuck und Kunstwerke. Die Amateurforscher dämpfen allerdings entsprechende Erwartungen. Auf einer der Videopräsentationen des Grabungsprojekts sagte die deutsche Pressesprecherin der Gruppe, Christel Focken: «In Wirklichkeit ist es ein Zug, der – so viel wir wissen – mit Panzern beladen ist.»

Die Schatzsucher stellen mit viel Enthusiasmus ihr Projekt vor. (Video: Youtube/XYZ Spóka Cywilna)

Plötzlich im Fokus der ganzen Welt

Die Amateurforscher wollen nun drei jeweils rund hundert Meter lange Stollen in eine Tiefe von sechs Metern in die Erde treiben. Etwa 60 Arbeiter sind vor Ort im Einsatz. Insgesamt sollen die Grabungen bei Bahnkilometer 65 zehn Tage dauern.

In Walbrzych freut man sich derweil über die weltweite Aufmerksamkeit. Anna Zabska vom Kulturverein auf dem alten Zechengelände erklärte der ARD: «Das Goldfieber hat längst die ganze Welt erobert. Natürlich profitieren wir davon. Journalisten aus aller Herren Länder kommen zu uns – aus Europa, den USA, vor kurzem war sogar Al Jazeera hier. Fast jeden Tag geben wir Interviews zu dem Thema.»

Der Ort profitiert dank der Legende vom Goldzug auch von gestiegenen Touristenzahlen. Das könnte sich aber schnell wieder ändern, glaubt der Fernsehjournalist Marek Przybylik: «Ich denke, dass viele Bewohner dort hoffen, dass der Goldzug gar nicht gefunden wird. Denn solange er verborgen bleibt, wird er die Fantasie der Menschen viel mehr anregen als ein paar unter der Erde gefundene Goldbarren.»

Auch für Informationen auf Englisch ist Pressesprecherin Christel Focke zuständig. (Video: Youtube/XYZ Spóka Cywilna) (jcg/sda)

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