Aktualisiert 31.01.2019 07:48

Bevölkerungsbefragung

«Finden Sie diese Umfrage sinnvoll?»

7000 Personen erhielten in Basel-Stadt eine 21-seitige Bevölkerungsbefragung. Was will der Kanton von seinen Bürgern wissen und warum?

von
lb
1 / 8
Alle vier Jahre führt der Kanton Basel-Stadt eine Bevölkerungsbefragung durch. In den nächsten Tagen erhalten 7000 zufällig ausgewählte volljährige Einwohner einen 21-seitigen Fragebogen.

Alle vier Jahre führt der Kanton Basel-Stadt eine Bevölkerungsbefragung durch. In den nächsten Tagen erhalten 7000 zufällig ausgewählte volljährige Einwohner einen 21-seitigen Fragebogen.

baseltourismus.ch
«Wie sicher fühlen Sie sich, wenn Sie nachts alleine im Quartier unterwegs sind?», lautet eine Frage zum Sicherheitsgefühl der Bürger.

«Wie sicher fühlen Sie sich, wenn Sie nachts alleine im Quartier unterwegs sind?», lautet eine Frage zum Sicherheitsgefühl der Bürger.

bs.ch
Eine andere Frage lautet: «Aus welchen Gründen waren Sie im grenznahen Ausland einkaufen?»

Eine andere Frage lautet: «Aus welchen Gründen waren Sie im grenznahen Ausland einkaufen?»

Keystone/Georgios Kefalas

«Sind Sie in den vergangenen 12 Monaten im Kanton Basel-Stadt auf der Strasse, in einem Park oder sonst an einem öffentlichen Ort bedroht oder angegriffen worden?» oder «Haben Sie einen Internetanschluss?» Alle vier Jahre möchte es der Kanton Basel-Stadt ganz genau wissen und führt eine Bevölkerungsbefragung durch.

Das Statistische Amt wählte zufällig 7000 volljährige Einwohner aus. In den nächsten Tagen erhalten diese den 21-seitigen Fragebogen erstmals schriftlich zugeschickt, er kann aber auch online ausgefüllt werden. 20 Minuten hat ihn unter die Lupe genommen.

«Wie sicher fühlen Sie sich nachts alleine zu Hause?»

Neben Fragen zur Wohnsituation und zum Leben in Basel finden sich etwa auch welche zum Sicherheitsgefühl der Einwohner. Die Frage: «Wie sicher fühlen Sie sich in folgenden Situationen?», ist in «Ganz allgemein im Alltag», «wenn ich nachts alleine im Quartier unterwegs bin» und «wenn ich nachts alleine zu Hause bin» aufgegliedert und soll auf einer Skala von «sehr sicher» bis «sehr unsicher» beantwortet werden.

«Weshalb sind Sie nicht freiwillig tätig?»

Der Befragte soll auch Stellung zu Aussagen wie: «Grundsätzlich gibt es einfach zu viele Menschen aus dem Ausland bei uns», mit «stimmt genau» oder «stimmt gar nicht» bewerten. Bei Fragen wie «Leisten Sie in ihrer Freizeit Freiwilligenarbeit?», könnte manch einer sogar ein schlechtes Gewissen bekommen.

Auch um die Gesundheit und den Drogenkonsum seiner Schäfchen sorgt sich der Staat. Wie sinnvoll es ist, den Konsum von Cannabis, der in Form von zahlreichen CBD-Produkten längt legal ist, in der Kategorie «Drogen» mit Kokain und Amphetaminen gleichzustellen ist fraglich.

«Aus welchen Gründen waren Sie im grenznahen Ausland einkaufen?»

Den Abschluss bilden Fragen zur Beziehung der Bevölkerung zum grenznahen Ausland. «Aus welchen Gründen waren Sie im grenznahen Ausland einkaufen?», will man dort unter anderem wissen. Und wenn man sich durch die 21 Seiten gekämpft hat: «Finden Sie diese Umfrage sinnvoll?»

Befragung als Kompass für die Politik

«Wir befragen die Bevölkerung, um die bereits heute hohe Lebensqualität in Basel stetig zu verbessern», so Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann auf Anfrage. Die Bevölkerungsbefragung solle unter anderem zeigen, wo der Schuh drücke: «Das gibt eine Art Kompass, nach dem sich die Politik ausrichten kann.»

Ein Beispiel ist die Sorge der Bevölkerung um das Wohnungsangebot. «Wir sind laufend daran die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass einerseits mehr Wohnungen gebaut werden können und andererseits günstiger Wohnraum erhalten bleibt», so Ackermann. «Grundsätzlich leben und arbeiten die Menschen sehr gerne hier», sagt sie. Eindrücklich beweise dies die Tatsache, dass man im letzten Herbst den 200'000sten Einwohner in Basel begrüssen durfte.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.