Aktualisiert 27.01.2011 20:52

Verschwunden«Finden Sie unbedingt den Bürgermeister!»

Weil er seit mehr als zwei Monaten nicht mehr öffentlich aufgetreten ist, herrscht in der Ukraine Verwirrung um den Verbleib des exzentrischen Bürgermeisters von Kiew, Leonid Tschernowetski.

«Ist er in den Ferien oder was?», fragte Ministerpräsident Mikola Asarow den Leiter der Stadtverwaltung, Alexander Popow, bei einem Treffen in Kiew. «Finden Sie unbedingt den Bürgermeister, sagen Sie ihm, dass die Menschen in Kiew ihn vermissen, ihn sehen wollen. Und sagen Sie ihm, er soll so schnell wie möglich wieder anfangen zu arbeiten.»

Staatschef Viktor Janukowitsch hatte den Bürgermeister im November weitgehend entmachtet und Popow zum Leiter der Stadtverwaltung ernannt. Die Amtszeit Tschernowetskis - wegen seiner Schwäche für Übersinnliches auch Kosmos genannt - war von zahlreichen skurrilen Ereignissen geprägt.

Beweis seiner Fitness

So erschien er einmal in Badehosen auf einer Medienkonferenz und stellte seine Fitness mit einigen Kraftübungen unter Beweis. Er bot auch an, Küsse von ihm zu versteigern. Die Opposition wirft ihm vor, psychisch krank zu sein.

Popow machte keine Angaben zu Tschernowetskis Verbleib, die Frage müsse dem Bürgermeister schon selbst gestellt werden. Auf die Frage, ob er das Stadtoberhaupt gesehen habe, sagte er: «Wir stehen mit ihm in Kontakt.»

Auf Anfrage teilte die Pressestelle des Bürgermeisters mit, seinen Aufenthaltsort nicht zu kennen. Medienberichten zufolge verliess Tschernowetski im November die Ukraine, um in Frankreich seinen 59. Geburtstag zu feiern. (sda)

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