Aktualisiert 09.03.2015 16:49

Mit Bedacht essenFinger weg von zu viel Bärendreck!

Nach zu viel Lakritz können Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen die Folge sein. Doch die süss-herbe Nascherei hat noch andere Nebenwirkungen.

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Lakritze gehört zu den beliebtesten Süssigkeiten, doch sie hat auch ihre Schattenseiten.

Lakritze gehört zu den beliebtesten Süssigkeiten, doch sie hat auch ihre Schattenseiten.

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So können bereits 100 Gramm täglich zu Herzrhythmusstörungen führen.

So können bereits 100 Gramm täglich zu Herzrhythmusstörungen führen.

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Eine weitere bekannte Folge ist Bluthochdruck. Neu ist hingegen, dass viel «Bärendreck» auch Krampfanfälle auslösen kann.

Eine weitere bekannte Folge ist Bluthochdruck. Neu ist hingegen, dass viel «Bärendreck» auch Krampfanfälle auslösen kann.

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Lakritze ist ein Pflanzenstoff, der aus dem Saft der Süssholzstrauch-Wurzel gewonnen wird. Er ist schleimlösend und fördert den Auswurf. Zudem wirkt ein darin enthaltener Stoff – die sogenannte Glycyrrhizinsäure, die dem Lakritz den typischen Geschmack verleiht – antioxidativ und antiviral.

Aber die Süssigkeit hat auch Schattenseiten: So ist bereits seit langem bekannt, dass bereits 100 Gramm täglich zu Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen führen können. Nun haben Forscher der Universität Bologna noch eine weitere unerwünschte Nebenwirkung identifiziert.

Verräterische Verfärbungen

Im Fachblatt «Pediatric Neurology» schildern die Mediziner um Davide Tassinari den Fall eines zehnjährigen Jungen, der mit Krampfanfällen, starken Kopfschmerzen und hohem Blutdruck ins Spital eingeliefert wurde.

In seinem Blut stellten die Ärzte deutlich erhöhte Werte des Stresshormons Kortisol fest. Zudem war das Gehirn des Jungen aufgrund eingelagerter Flüssigkeit stark angeschwollen, wie die Untersuchung im Magnetresonanztomografen zeigte. Beide Symptome sind extrem ungewöhnlich bei einem Jungen. Eine Erklärung dafür hatten die Ärzte zunächst nicht.

Zu viel des Guten

Erst bei einer Nachuntersuchung in der darauffolgenden Woche stachen den behandelnden Ärzten die braungefärbten Zähne des kleinen Patienten ins Auge – wie sich herausstellte eine Folge seines Lakritzekonsums. Mindestens 20 Stück hatte er täglich verzehrt. Damit war die Ursache für seine körperlichen Reaktionen gefunden.

Denn nimmt man zu viel von der im Lakritz enthaltenen Glyzerrhinsäure zu sich, sorgt sie dafür, dass im Körper der Kaliumspiegel abfällt. Dieses braucht unser Organismus, um die Muskel- und Nervenfunktionen zu kontrollieren. Sinkt die Konzentration stark, sind Muskelkrämpfe und Wassereinlagerungen die natürliche Folge. Weil die Säure gleichzeitig den Abbau von Kortisol verhindert, gerät der Körper in Stress.

Als der Junge nach der Diagnose der Ärzte seinen Konsum beendete, schwoll sein Hirn in den folgenden zwei Wochen ab, und er wurde wieder ganz gesund.

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