Experte überzeugt: «Fingerabdruck-System von Apple wird gehackt»
Aktualisiert

Experte überzeugt«Fingerabdruck-System von Apple wird gehackt»

Sicherheitsexperte Guido Rudolphi bezeichnet Apples Fingerabdruck-Scanner als ganz schlechte Idee. Datenschützer und Politiker planen Vorstösse.

von
Dino Nodari
Das iPhone mit dem Fingerabdruck entsperren: Für den Sicherheitsexperten Guido Rudolphi ist klar, dass das System gehackt wird.»

Das iPhone mit dem Fingerabdruck entsperren: Für den Sicherheitsexperten Guido Rudolphi ist klar, dass das System gehackt wird.»

«Wir hatten gerade einen Geheimdienstskandal und Apple besitzt die Feinfühligkeit einer Splittergranate und bringt den Fingerabdrucksensor», bringt es 20-Minuten-User Theo Phil auf den Punkt. Mit dem Fingerabdruck-Scanner des iPhone 5S kann das Smartphone auch ohne Passwort entsperrt werden. Apple verspricht, die neue Technik sei sicher und die Daten würden verschlüsselt, nur lokal auf dem jeweiligen Gerät gespeichert.

«Über kurz oder lang wird das Fingerabdruck-System gehackt», sagt Sicherheitsexperte und Internetdetektiv Guido Rudolphi. Er spricht von einer ganz schlechten Idee von Apple und er sei schockiert über das Vorgehen des Smartphone-Herstellers. «Wenn die Fingerprints in die falschen Hände geraten, ist Tür und Tor geöffnet für Schabernack aller Art», sagt der Experte. Damit könne den Benutzern nicht nur finanziell Schaden zugefügt werden, sondern auch bei kriminellen Taten könne der Verdacht auf andere Personen gelenkt werden. Guido Rudolphi bezeichnet das Vorgehen von Apple gar als frech: «Wer soll denen noch vertrauen nach dem NSA-Skandal?»

Datenschützer werden aktiv

Wie die «SonntagsZeitung» schreibt, wollen die Schweizer Datenschützer aktiv werden. Die eidgenössische Datenschutzbehörde will sich auf europäischer Ebene engagieren. Das Team um Datenschützer Hanspeter Thür spricht von einer Gefahr, wenn die Fingerabdrücke in die falschen Hände geraten.

«Sehr sensible Daten»

«Beim Fingerabdruck bin ich sehr skeptisch und es macht mir sogar Angst. Das sind sehr sensible Daten, die da erhoben werden», sagt der Waadtländer SP-Nationalrat Jean-Christophe Schwaab. Er ist selber iPhone-Nutzer und will in der Herbstsession Vorstösse zum Datenschutz einreichen, wie er 20 Minuten bestätigt. Sein Ziel: IT-Unternehmen, die eine neue Technologie einführen, sollen von Anfang an prüfen, ob der Datenschutz eingehalten wird. Zudem sollen die Unternehmen das Einverständnis ihrer Kunden einholen müssen, wenn die erhobenen Daten weiterverwendet werden.

Unsicher oder praktisch: Was halten Sie vom Fingerabdruck-Scan des iPhone 5S?

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