Zürich: Fingerscanner soll Lohndumping verhindern
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ZürichFingerscanner soll Lohndumping verhindern

Auf Zürcher Baustellen werden fast wöchentlich neue Fälle von Lohndumping bekannt. Mit einem Fingerscanner will Allreal nun dagegen vorgehen.

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fro
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Um gegen Lohndumping vorzugehen, wird die Grossbaustelle Freilager in Zürich-Albisrieden mit einem Fingerscanner, Kameras und Sicherheitsleuten überwacht. Die Unia hat in den vergangenen Wochen verschiedene Zürcher Baustellen wegen Lohndumpings geschlossen.

Um gegen Lohndumping vorzugehen, wird die Grossbaustelle Freilager in Zürich-Albisrieden mit einem Fingerscanner, Kameras und Sicherheitsleuten überwacht. Die Unia hat in den vergangenen Wochen verschiedene Zürcher Baustellen wegen Lohndumpings geschlossen.

Keystone
Baustelle Hard Turm Park in Zürich am Dienstag, 3. März 2015. Schon zum vierten Mal in kurzer Zeit sorgt die Gewerkschaft Unia dafür, dass auf einer Zürcher Grossbaustelle nicht gearbeitet wird.

Baustelle Hard Turm Park in Zürich am Dienstag, 3. März 2015. Schon zum vierten Mal in kurzer Zeit sorgt die Gewerkschaft Unia dafür, dass auf einer Zürcher Grossbaustelle nicht gearbeitet wird.

Keystone/Walter Bieri
Die Unia sperrte am Morgen des 26. Februar 2015 die Baustelle Limmattower in Dietikon.

Die Unia sperrte am Morgen des 26. Februar 2015 die Baustelle Limmattower in Dietikon.

Leser-Reporter

Viele Bauarbeiter können von ihrem Lohn kaum leben. Die Gewerkschaft Unia stellte deswegen bereits Ende Februar auf der Baustelle des Atlantis-Hotels in Zürich-Wiedikon und auf der Baustelle Limmattower in Dietikon die Arbeiten ein. Um gegen Lohndumping vorzugehen, überwacht die Generalunternehmerin Allreal ihre Freilager-Baustelle in Zürich-Albisrieden nun strenger – mit einem Fingerscanner.

Zutritt erhält nur noch, wer bei Allreal seine Fingerabdrücke registrieren und sich fotografieren lässt. «So haben wir die Kontrolle darüber, wer wann reinkommt und rausgeht», sagt Allreal-Sprecher Matthias Meier zum «Blick». In dem neuen System sind bereits 2700 Personen von rund 90 Firmen registriert.

Hunderttausend Franken kostet das neue System

Der Fingerscanner befindet sich bei einer Drehtür am Haupteingang der Baustelle. Nur wer registriert ist, hat Zutritt zur Baustelle. Der Eingang wird zudem von zwei Sicherheitsleuten und Kameras überwacht. «Ein paar Schlaumeier haben sich schon zu zweit durch die Drehtüre gepresst», sagt ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Alpha Protect. «Durch die Videoüberwachung konnten wir sie ermitteln.»

Das neue Sicherheitssystem kostet mehrere Hunderttausend Franken. Doch Allreal ist überzeugt, dass sich die Investition lohnt und einen Vorteil bringt: «Das System garantiert, dass nur Mitarbeiter von Unternehmen auf der Baustelle arbeiten, die sich ans Gesetz halten. Das hat auch einen Einfluss auf die Qualität.»

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