Fini-Sprecher: Sex für TV-Auftritt
Aktualisiert

Fini-Sprecher: Sex für TV-Auftritt

Im Zusammenhang mit der Affäre um den italienischen Prinzen Vittorio Emmanuele ist der Sprecher des Politikers Gianfranco Fini, Salvatore Sottile, in den Verdacht der sexuellen Erpressung geraten.

Der Präsident des Fernsehsenders RAI, Claudio Petrolucci, sagte der Zeitung «La Repubblica» vom Montag, es werde eine interne Untersuchung zu dem Vorwurf geben, Sottile habe Frauen gegen Sexdienste die Teilnahme an Fernsehsendungen der RAI versprochen.

In den Skandal soll auch der Vize-Personalchef der RAI verwickelt sein. Der Vorwurf tauchte im Haftbefehl auf, der zur Festnahme Vittorio Emmanueles geführt hatte. Darin heisst es, Sottile habe «Vorteile aus seiner Position gezogen, um sexuelle Dienste von jungen Frauen zu erhalten».

Sottile wurde von der Polizei unter Hausarrest gestellt. Er soll an demselben Verbrecherring beteiligt sein wie Vittorio Emmanuele. Der Sohn des letzten italienischen Königs war am Freitag unter dem Verdacht der organisierten Kriminalität verhaftet worden. Die Behörden werfen ihm Korruption, Geldwäscherei und die Verstrickung in Glücksspiele und Prostitution vor.

Mehrere italienische Zeitungen veröffentlichten am Montag Abschriften von aufgezeichneten Telefongesprächen, in denen Sottile dem Vizepersonalchef der RAI junge Frauen für Sendungen vorschlägt und dabei zum Teil sexuelle Anspielungen macht.

In italienischen Fernsehsendungen treten zahllose leicht bekleidete Frauen auf, was immer wieder für Diskussionen sorgt. Im vergangenen Jahr krisisierte sogar das UNO-Sonderkomitee gegen sexuelle Diskriminierung von Frauen diese Praxis.

(sda)

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