Fink und das Spiel der Spiele
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Fink und das Spiel der Spiele

Spiel der Spiele, Nachtisch, Gala, Jugendtraum! Beim FC Basel herrscht Ausnahmezustand vor dem Champions-League-Knaller gegen Bayern München (Di. 27.09. 20.45 Uhr SF zwei). Cool bleibt Trainer Thorsten Fink: «Ich will ganz einfach das Spiel gewinnen.»

von
Sandro Compagno
Kontrollierte Offensive: Thorsten Fink will heute gegen seinen Ex-Klub die grosse Überraschung schaffen. (Bild: Reuters)

Kontrollierte Offensive: Thorsten Fink will heute gegen seinen Ex-Klub die grosse Überraschung schaffen. (Bild: Reuters)

Von 1997 bis 2004 hatte Fink im Bayern-Mittelfeld für die grossen Stars die Drecksarbeit verrichtet: Bälle erobert, Räume eng gemacht, Angriffe gestoppt. Sieben Jahre, die den Jungen aus dem Ruhrgebiet prägten. Der Sohn eines Stahlarbeiters hat in dieser Zeit nicht nur seinen Trophäenschrank gefüllt (4  x Meister, 3 x Pokal, 1 x CL), er hat auch das Bayern-Selbstbewusstsein verinnerlicht und vom einen FCB zum anderen FCB gewechselt. «Ich bin ganz gelassen», sagt Fink. «Wir sind der totale Aussenseiter, haben nichts zu verlieren.» Ein Blick auf die Etats der beiden Klubs genügt zur Bestätigung: Hier die Bayern mit 350 Millionen Euro Umsatz, da der FC Basel mit 50 Millionen Franken.

Fink kündigte vor dem missglückten Start in die Champions League vor zwei Wochen in Cluj (1:2-Pleite) an, sein FCB wolle «gegen die Grossen etwas ausrichten, wenn sie schwächeln». Diese Bedingung ist im Falle des FC Bayern erfüllt. Mit 8 Punkten aus 6 Spielen belegt der CL-Finalist vom letzten Mai in der heimischen Bundesliga nur Platz 9. «Wir müssen diese Periode irgendwie überleben», sagt Trainer Louis van Gaal. Der Holländer beklagt eine ungenügende Vorbereitung, weil ein Grossteil seines Kaders an der WM in Südafrika war – und zwar sehr lange. «Ich muss die Vorbereitung in der Meisterschaft, im Pokal und in der Champions League machen. Das ist schlecht.»

Gegen Aufsteiger Kaiserslautern und zuletzt gegen Mainz setzte es sogar ­Niederlagen ab. Während Mainz ein freches Pressing aufzog, setzte Lautern auf eine Mauertaktik. Fink dürfte für heute Abend eine Lösung zwischen den Extremen suchen: «Wir werden den Bayern sicher nicht ins Messer laufen.» Kontrollierte Offensive lautet das Stichwort: «Und wenn wir den Ball haben, dann wollen wir ihn auch kontrollieren. Die Bayern mögen es nicht, wenn sie hinterherlaufen müssen.»

Bei den Spielern herrscht bei allem Respekt vor dem grossen Gegner vor ­allem eines: Vorfreude. «Wir können es kaum erwarten», sagt Marco Streller, «das ist das Spiel der Spiele.» Und Super-League-Topskorer Alex Frei (8 Tore), der mit Borussia Dortmund gegen die Bayern schon viermal getroffen hat, schiebt eine erstaunliche Aussage nach: «Die Bayern schwächeln. Aber es wäre fatal, sie zu unterschätzen ...» Selbstvertrauen à la FCB.

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