Finma untersucht Insiderhandel-Gerüchte rund um Corona-Impfstoff-Aktien
Publiziert

Bundesbeamte im VisierFinma schaut sich möglichen Insider-Handel mit Impf-Aktien an

Gerüchten zufolge haben sich Bundesangestellte am Handel mit Aktien von Unternehmen bereichert, die in der Impfherstellung aktiv sind. Die Behörden nehmen die Vorwürfe ernst.

von
Patrick McEvily
1 / 6
Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hat bestätigt, dass sie von den Vorwürfen des Insider-Handels rund um Aktien von Impf-Herstellern Kenntnis genommen habe. Man stehe «mit diversen Akteuren im Austausch.»

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hat bestätigt, dass sie von den Vorwürfen des Insider-Handels rund um Aktien von Impf-Herstellern Kenntnis genommen habe. Man stehe «mit diversen Akteuren im Austausch.»

20min/Simon Glauser
Die Schweiz hat unter anderem auf den Impfstoff von Pfizer/Biontech gesetzt. 

Die Schweiz hat unter anderem auf den Impfstoff von Pfizer/Biontech gesetzt.

20min/Marco Zangger
Das Finanzportal «Inside Paradeplatz» zitiert nun eine Quelle, die behauptet, mit Informationen zur Impfstrategie hätten Bundesbeamte Insider-Handel betrieben.

Das Finanzportal «Inside Paradeplatz» zitiert nun eine Quelle, die behauptet, mit Informationen zur Impfstrategie hätten Bundesbeamte Insider-Handel betrieben.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Brancheninsider berichteten Mitte März, dass es rund um die Impfstoff-Beschaffung zu krummen Geschäften an der Börse gekommen sei.

  • So hätten Bundesbeamte Aktien der betroffenen Unternehmen schon vor Verkündigung der Verträge mit dem Bund gehandelt.

  • Die Finma bestätigt nun, dass sie sich den Sachverhalt anschaut.

Vor einigen Wochen wurde spekuliert, dass Bundesangestellte möglicherweise mit Aktien von Impfherstellern gehandelt und damit Vorschriften gebrochen hätten. Kurz vor der Zulassung der Impfstoffe hätten sie sich so durch ihr Insiderwissen bereichern können. Jetzt hat sich die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) in den Fall eingeschaltet. Sie hat von den Gerüchten Kenntnis genommen und verfolgt diese. Zumindest was den Kauf und Verkauf möglicher Lonza-Aktien betrifft, ist sie zu möglichen Untersuchungen ermächtigt, weil es sich dabei im Gegensatz zu Moderna und Pfizer um ein Schweizer Unternehmen handelt.

Eine Anfrage des Branchenportals «Inside Paradeplatz» beantwortet die Finma wie folgt: «Zu den von den Medien aufgeworfenen Fragen rund um mögliche Impf-Insider sind wir mit diversen Akteuren im Austausch und haben auch diverse Abklärungen in die Wege geleitet.»

Vieles rund um den Fall ist noch unbekannt

Gemäss einem früheren Bericht von «Inside Paradeplatz» könnte es sich bei den betroffenen Personen um hochrangige Bundesbeamte handeln. Um wen es genau geht und für welche Behörde die Personen arbeiten, ist aber nicht klar. Bei Swissmedic hatte man sich im Anschluss an die Spekulationen erstaunt gezeigt und darauf hingewiesen, dass es den Mitarbeitenden untersagt sei, Wertpapiere von Unternehmen zu besitzen, die man beaufsichtige. Auch beim BAG erklärte man, dass man keine Hinweise darauf habe, dass die betroffenen Personen im eigenen Departement arbeiten. In dem am Donnerstag erschienenen Artikel nennt «Inside Paradeplatz» mehrere Akteure der bundesbehördlichen Impfstrategie und lässt diese zu Wort kommen.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung