Aktualisiert 17.04.2019 12:44

StelleninseratFirma sucht Eidgenossen, der Schweinefleisch isst

Auf Social Media sorgt derzeit ein Stelleninserat der Schärer Transport AG für Empörung. Die Firma aus Rossrüti SG sucht einen Eidgenossen, der Schweinefleisch isst.

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Dieses Stelleninserat stösst der SP Migranten St. Gallen sauer auf.

Dieses Stelleninserat stösst der SP Migranten St. Gallen sauer auf.

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Es ist nicht das erste Mal, das ein Jobinserat für Kopfschütteln sorgt. Als S. Arifi dieses Stellenangebot liest, ist sie schockiert: «Wie kann so etwas in einem Jobinserat stehen?»

Es ist nicht das erste Mal, das ein Jobinserat für Kopfschütteln sorgt. Als S. Arifi dieses Stellenangebot liest, ist sie schockiert: «Wie kann so etwas in einem Jobinserat stehen?»

Screenshot/S. Arifi/20min
S. Arifi: «Ich empfinde diese Stellenanzeige als diskriminierend. Die Schweiz ist doch ein multikulturelles Land. Rassismus muss bekämpft werden.»

S. Arifi: «Ich empfinde diese Stellenanzeige als diskriminierend. Die Schweiz ist doch ein multikulturelles Land. Rassismus muss bekämpft werden.»

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«Wir suchen einen teamfähigen Eidgenossen als Chauffeur LW mit AH aus der Region Wil oder näheren Umgebung», heisst es im Stelleninserat der Firma Schärer Transport AG mit Sitz in Rossrüti SG. Publiziert wurde das Inserat vergangene Woche in den «Wiler Nachrichten», einer Gratis-Wochenzeitung. Und weiter heisst es im Inserat: «Als Familienbetrieb legen wir Wert auf ein gutes Miteinander und setzen uns am Feierabend auch gerne einmal zu Schweinssteak und Cervelat zusammen.»

Wie das «St. Galler Tagblatt» am Mittwoch schreibt, stösst das der SP Migranten St. Gallen mehr als nur sauer auf. Seinem Ärger macht der Präsident Bujar Zenuni am Dienstag via Facebook Luft.

Entschuldigung gefordert

Punkt für Punkt wird das Inserat auseinandergenommen und kommentiert. Im Abschnitt zum Schweinssteak heisst es etwa: «Dies ist wahrscheinlich das erste Stelleninserat, welches explizit erwähnt, was am Feierabend zu essen sei. Es sendet das klare Signal an jüdische, muslimische oder vegetarische Menschen, ob sie nun ‹Eidgenossen› sind oder nicht, dass von ihnen erwartet wird, das gleiche zu essen», heisst es dazu.

Die SP Migranten St. Gallen fordert in ihrem Post dann auch, dass die Geschäftsleitung der Schärer Transport AG sich zu dem Stelleninserat öffentlich äussert und sich für den diskriminierenden Text entschuldigt.

Firma wehrt sich

Gegenüber dem «Tagblatt» wehrt sich Petra Schärer, Co-Geschäftsführerin der Schärer Transport AG, gegen die Rassismus-Vorwürfe. Sie sei alles andere als eine Rassistin. In der Vergangenheit und auch heute hätten sie Arbeiter aus diversen Nationen eingestellt. «Meine Coiffeuse ist Türkin, eine meiner besten Freundinnen ist Polin. Ich habe mit Rassismus absolut nichts am Hut», wird sie zitiert.

Der Begriff «Eidgenosse» sei dann auch mehr aus Spass im Inserat gelandet und nicht ernst gemeint. Und Cervelats und Schweinssteaks seien eben bei einem üblichen Grillanlass das, was man bei ihnen gerne esse.

Verstoss gegen Rassismusstrafnorm

Alma Wiecken, Geschäftsführerin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR), kann darüber nicht lachen. Für sie ist der Inhalt des Jobangebots problematisch. «Durch die Betonung, dass ausschliesslich Eidgenossen gesucht werden, die Anforderung einer Schweizer Schulbildung und den Hinweis auf gemütliches Beisammensein bei Schweinssteaks und Cervelat, kann davon ausgegangen werden, dass bestimmte Gruppen der Bevölkerung von diesem Inserat ausgeschlossen werden sollen», sagt sie zum «Tagblatt».

Stelleninserate, die bestimmte Gruppen wegen ihrer Ethnie, Religion oder Hautfarbe ausdrücklich ausschliessen, würden gegen die Rassismusstrafnorm verstossen. Man könne zwar Anzeige erstatten, zivilrechtlich sei es aber schwierig, dagegen vorzugehen.

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