08.07.2017 22:36

Gestank gegen ungebetene GästeFirma verkauft Mittel, das Menschen vertreiben soll

Ein Genfer Unternehmen wirbt für eine Flüssigkeit, die mit ihrem Gestank unerwünschte Besucher vertreiben soll. Linke Politiker kritisieren das.

von
20minutes/duf
So wird das Mittel auf der Seite beworben. Mit ihm sollen ungewünschte Leute ferngehalten werden.

So wird das Mittel auf der Seite beworben. Mit ihm sollen ungewünschte Leute ferngehalten werden.

Screenshot grellor.com

«Ich dachte zuerst, das sei ein Witz», sagt Alfonso Gomez von den Grünen der Stadt Genf, der im Internet auf das aussergewöhnliche Produkt gestossen ist. Doch das Mittel gibt es wirklich.

Durch das Freisetzen der Flüssigkeit soll «ein starker und abstossender Geruch» entstehen, mit dem man beispielsweise gegen Hausbesetzer vorgehen könne, wie es auf der Website des anbietenden Unternehmens Grellor heisst.

Die Artikelbeschreibung wurde allerdings nach dem Protest von Gomez überarbeitet. Auch der ehemalige Grünen-Nationalrat Ueli Leuenberger findet die Anzeige unzulässig und macht seinem Ärger in den sozialen Medien Luft: «Das ist ein Ansporn, Anwohner mit chemischen Produkten zu vertreiben», schrieb er.

Der Geschäftsführer von Grellor, Piere Grelly, gesteht ein, dass die benutzte Artikelbezeichnung, insbesondere das Wort «abstossend», etwas taktlos daherkomme. Das Produkt werde aber seit Jahren gut verkauft. Seine Kunden wolle er nicht bekannt geben, jedoch seien es sowohl Schweizer als auch französische Käufer.

Flüssigkeit ist ungiftig

«Die Flüssigkeit hat einen unangenehmen undefinierbaren Geruch, der mit demjenigen einer Stinkbombe zu vergleichen ist», sagt Grelly. Somit könne sie eingesetzt werden, um Leute daran zu hindern, sich an einem bestimmten Ort aufzuhalten. «Er kann beispielsweise Drogendealer oder Obdachlose, die unter Brücken schlafen wollen, fernhalten», so Grelly.

Nach einer Dauer von zwei Wochen oder der Vermischung mit Wasser verliere das Mittel seine Wirkung. Wie das Bundesamt für Gesundheit auf Anfrage sagte, ist die Substanz weder giftig noch ätzend.

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