Bern: Firma will Proteinshakes aus Fleischabfall machen
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BernFirma will Proteinshakes aus Fleischabfall machen

Der Fleischkonsum der Schweiz verursacht über 230'000 Tonnen Schlachtabfälle pro Jahr. Ein findiger Fleischverarbeiter will daraus Proteinshakes herstellen.

von
jh
Edelstücke und Schlachtabfälle  aus letzteren sollen künftig Shakes produziert werden.

Edelstücke und Schlachtabfälle aus letzteren sollen künftig Shakes produziert werden.

Keystone/AP/Eduardo di Baia

Bei der Fleischproduktion fallen in der Schweiz jährlich Tonnen von Abfall an. Für den Fleischvearbeiter Centravo aus Lyss (BE) eine Verschwendung, die bald ein Ende haben soll. Wie SRF berichtet, will er aus den übrig bleibenden Sehnen, Knorpeln und Hautschichten der geschlachteten Rinder oder Schweine Lebensmittel-Zusätze gewinnen – zur Verwendung in Protein-Shakes oder Bratensaucen.

Zwar nutze die Nahrungsmittelindustrie laut SRF bereits heute Schlachtabfälle zur Herstellung etwa von Bratfett, aber ein Grossteil der Abfälle müsse noch immer zu Tierfutter verarbeitet werden, berichtet SRF. Das sei nicht sinnvoll, findet der Centravo-Kommunikationsbeauftragte Georg O. Herriger. Wenn schon ein Tier geschlachtet werde, müsse es sinnvoll verarbeitet werden – und das heisse «möglichst nahe an dem, was wir Menschen als Lebensmittel zu uns nehmen».

«Tierische Produkte sind Teil unserer Ernährung»

So soll bis 2018 in neuen Anlagen auf dem Fabrikareal ein neuartiges Verfahren zur Weiterverarbeitung der Tierabfälle anlaufen. Herriger glaubt an den Erfolg der geplanten Lebensmittel-Ersatzstoffe. «Es sollte nicht erstaunen, dass es Produkte gibt, die aus Tieren gewonnen werden. Das ist Teil unserer Ernährung,» sagt er zu SRF.

Sara Stalder vom Konsumentenschutz hält dabei zur vorgesehenen Nutzung der Schlachtabfälle für Eiweiss-Shakes oder Saucen gegenüber SRF fest, es müsse vor allem klar sein, was in Saucen oder Shakes drin sein könnte: «Vegetarier oder Menschen, welche kein Schweinefleisch essen, dürfen nicht getäuscht werden.»

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