Hamburg: Firma zieht wegen AfD-Politiker als Nachbar um
Publiziert

HamburgFirma zieht wegen AfD-Politiker als Nachbar um

«Boateng wollen Sie nicht als Nachbarn haben», behauptete AfD-Vize Gauland im Mai. Eine Firma will keinen AfD-Politiker als Nachbarn haben und zieht um.

von
vbi
1 / 7
Wolfgang Wetzel und Jörn Schmidt wollen den AfD-Politiker Ludwig Flocken nicht als Nachbarn haben und suchen eine neue Bleibe.

Wolfgang Wetzel und Jörn Schmidt wollen den AfD-Politiker Ludwig Flocken nicht als Nachbarn haben und suchen eine neue Bleibe.

Screenshot Facebook / TerraPellet
Im Lohbrügger Wahrzeichen in Hamburg sind die Firma TerraPellet und der AfD-Politiker Ludwig Flocken Nachbarn.

Im Lohbrügger Wahrzeichen in Hamburg sind die Firma TerraPellet und der AfD-Politiker Ludwig Flocken Nachbarn.

Screenshot Facebook / Ludwig Flocken
Der Einzug von Ludwig Flocken im Bergedorfer Wasserturm «Sander Dickkopf» sorgt für Unstimmigkeiten.

Der Einzug von Ludwig Flocken im Bergedorfer Wasserturm «Sander Dickkopf» sorgt für Unstimmigkeiten.

Screenshot Facebook / Ludwig Flocken

Das mit den Nachbarn ist so eine Sache, jedenfalls dann, wenn man sich nicht mit ihnen versteht. Im Mai sagte AfD-Vizepräsident Alexander Gauland, dass die Deutschen Jérôme Boateng zwar als Fussballspieler möchten, ihn aber nicht als Nachbarn wollten.

Ein Hamburger Unternehmen sieht das etwas anders, mit Boateng hätten sie wohl kein Problem. Weil aber seit Mitte August der AfD-Politiker Ludwig Flocken nebenan wohnt, will das Unternehmen jetzt umziehen.

«Klares Signal gegen rechtes Gedankengut»

Am 19. August teilte der AfD-Politiker Flocken auf Facebook mit, dass er ein neues Abgeordnetenbüro inklusive Gastronomie hat und er dort viele Partys feiern will. Im selben Gebäude hat der Bio-Dünger-Hersteller TerraPellet sein Geschäft.

Der Einzug von Flocken ist zu viel für die Firma – sie will ausziehen und damit ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen. Zum «Hamburger Abendblatt» sagte der Investor Wolfgang Wetzel, dass er seinen Mitarbeitern nicht zumuten will, dass sie durch Feiern einer bestimmten politischen Klientel belästigt werrden. «Aus Fürsorgepflicht für unsere Mitarbeiter und als klares Signal gegen rechtes Gedankengut wird TerraPellet den Standort wechseln – koste es, was es wolle.»

Partei will Flocken ausschliessen

Nicht nur das Unternehmen, sondern auch einige Anwohner sehen den Einzug des 55-jährigen Politikers in das Lohbrügger Wahrzeichen kritisch. Am Sonntag demonstrierten vierzig Personen, während die AfD den Wahlerfolg von Mecklenburg-Vorpommern feierte. Die Polizei musste eingreifen und verhaftete drei Demonstranten.

Flocken gilt als einer der umstrittensten Politiker Hamburgs. Er marschierte schon bei Pegida-Demonstrationen mit und äusserte sich im Hamburger Parlament rassistisch. Die AfD will ihn deshalb ausschliessen.

Deine Meinung