Aktualisiert 17.04.2020 16:12

Umfrage von Economiesuisse

Firmen blicken sorgenvoll in die Zukunft

Die teilweise Stilllegung der Schweizer Wirtschaft führt zu immer tieferen Spuren. Das offenbart eine aktuelle Umfrage von Economiesuisse bei den Unternehmen.

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Die teilweise Stilllegung der Schweizer Wirtschaft führt zu immer tieferen Spuren. Das offenbart eine aktuelle Umfrage von Economiesuisse bei den Unternehmen.

Die teilweise Stilllegung der Schweizer Wirtschaft führt zu immer tieferen Spuren. Das offenbart eine aktuelle Umfrage von Economiesuisse bei den Unternehmen.

Keystone/Anthony Anex
Sowohl Binnen- als auch Exportwirtschaft müssten erhebliche Einbussen in Kauf nehmen.

Sowohl Binnen- als auch Exportwirtschaft müssten erhebliche Einbussen in Kauf nehmen.

Alessandro Crinari
Leiden würden zum einen Firmen, die in die internationalen Wertschöpfungsketten integriert sind - als Beispiele nennt Economiesuisse die Zulieferer der Autobranche...

Leiden würden zum einen Firmen, die in die internationalen Wertschöpfungsketten integriert sind - als Beispiele nennt Economiesuisse die Zulieferer der Autobranche...

Keystone/Gaetan Bally

Sowohl Binnen- als auch Exportwirtschaft müssten erhebliche Einbussen in Kauf nehmen, heisst es in der Economiesuisse-Mitteilung. Gegenüber Ende März seien die Umsatzeinbussen von durchschnittlich 25 bereits auf 39 Prozent angestiegen. Immerhin erwarteten die Unternehmen in den nächsten zwei Monaten keine weitere Verschlechterung.

Leiden würden zum einen Firmen, die in die internationalen Wertschöpfungsketten integriert sind - als Beispiele nennt Economiesuisse die Zulieferer der Autobranche oder der Luxusgüterindustrie. Auf nationaler Ebene seien Zulieferer der momentan geschlossenen Geschäfte wie der Gastronomie oder der Eventbranche stark betroffen.

Immer stärker zeigten sich auch Sekundäreffekte in nicht unmittelbar betroffenen Bereichen. So tätigten viele Firmen momentan nur die absolut notwendigen Ausgaben. Investitionstätigkeiten und nicht unmittelbar betriebsnotwendige Projekte - etwa Werbung oder Beratung - würden aufgeschoben. Ebenso seien weniger neue Anlage- und Bauinvestitionen zu verzeichnen.

Normalisierung in halbem Jahr

Die Wirtschaft werde auch nach der vollständigen Öffnung Zeit brauchen, um sich zu erholen, so der Wirtschaftsverband. Die Unternehmen erwarteten weiterhin, dass sich die Lage erst in sechs bis sieben Monaten normalisiert haben werde.

Zum grössten Problem dürften dabei die Nachfrageausfälle im In- und Ausland werden: 70 Prozent der Wirtschaftsbranchen erwarteten in der Umfrage in den nächsten zwei Monaten Absatzschwierigkeiten im Inland und 58 Prozent der antwortenden Exportunternehmen auch solche im Ausland.

Kritik an Bundesrat

Immerhin zeigten die Antworten auch, dass die Massnahmen des Bundesrats - also Liquiditätshilfen und Kurzarbeitsentschädigungen - wirkten: Die Angst vor zukünftigen Liquiditätsproblemen habe bereits deutlich abgenommen. Zudem sei der Anteil der Unternehmen, bei denen Entlassungen erwartet werden, im Vergleich zur letzten Umfrage von 30 auf 17 Prozent gesunken.

Die Unzufriedenheit mit den Massnahmen des Bundesrats sei seit der letzten Umfrage dennoch gestiegen. Fast die Hälfte der Antwortenden beurteile diese negativ, in der Westschweiz seien es sogar deutlich mehr, stellt Economiesuisse fest.

Die Umfrage wurde von Economiesuisse gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) vom 9. bis zum 15. April 2020 durchgeführt, also vor den angekündigten Lockerungen des Bundesrats vom Donnerstag. Teilgenommen hätten 281 Personen, heisst es.

Eine am Freitag veröffentlichte KOF-Konjunkturumfrage, die in der ersten Aprilhälfte durchgeführt wurde, zeigt ein ähnliches Bild: Viele Unternehmen stellten sich auf einen deutlichen Nachfragerückgang in den kommenden Wochen ein. (sda)

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