SNB: Firmen lässt die Franken-Aufwertung kalt
Aktualisiert

SNBFirmen lässt die Franken-Aufwertung kalt

Eine Mehrheit der Schweizer Firmen fühlt sich durch die starke Franken-Aufwertung nicht benachteiligt. Zu diesem Schluss kommt die Schweizerische Nationalbank (SNB) nach Gesprächen mit Wirtschaftsvertretern in den Regionen.

Bei über 200 Gesprächen im Juli und August habe mehr als die Hälfte der Firmen angegeben, für sie wirke sich die Franken- Aufwertung insgesamt nicht spürbar auf den Geschäftsgang aus, teilte die Nationalbank (SNB) am Freitag in ihrem Quartalsheft mit.

Milde oder stark negative Effekte stellte gut ein Viertel der Firmen fest. Diese Stimmen stammen laut SNB vor allem aus der verarbeitenden Industrie, die auf den Exportmarkt angewiesen ist.

So sprechen etwa die Kunststoffhersteller und die Maschinen-, Metall- und chemische Industrie von sinkenden Gewinnmargen. Es seien zudem - allerdings in kleinerem Masse - geringere Mengen verkauft worden.

Negativ äusserte sich auch der Detailhandel in den Grenzgebieten: Weil das Einkaufen mit Euro billiger wurde, verzeichneten sie einen Abfluss in die Nachbarländer.

Ein Fünftel Gewinner

Die Franken-Stärke sorgt aber auch für Gewinner: Ein Fünftel der Firmen schätzten die Auswirkungen als positiv ein. Die Unternehmen profitierten von tieferen Preisen im Import und bezahlten teilweise weniger für Investitionen.

Zu jenen Branchen, die keine Auswirkungen ausmachten, zählen laut SNB der Dienstleistungs- und Bausektor. Aber auch in der Hotellerie sei bis im Sommer von «sehr begrenzten negativen Auswirkungen» berichtet worden, obwohl die Schweiz für Touristen wegen der Franken- Stärke teurer wurde.

Der Franken hat im Vergleich zum Euro seit Anfang Jahr rund 11 Prozent an Wert gewonnen. Die SNB versuchte die Stärkung vor allem im April und Mai zu bremsen, indem sie im grossen Stil Euro kaufte. Weil sie eine nachlassende Wachstumsdynamik befürchtet, strebt die SNB nach wie vor einen rekordtiefen Leitzins von 0,25 Prozent an.

(sda)

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