Aktualisiert 07.08.2008 13:02

INTERNET-SPOTS

Firmen missbrauchen YouTube für Werbung

Immer mehr Firmen nutzen die Internetplattform YouTube, um ihr Image aufzupolieren. Mit ausgefallenen Videofilmchen transportieren sie versteckte Werbebotschaften.

Auf YouTube werden täglich hunderte von Videofilmen publiziert. Ein Millionenpublikum schaut sich das Bildmaterial an. Doch wie Spiegel.de berichtet, nutzen immer mehr Firmen diesen Kanal, um Werbung zu platzieren.

Starbucks-Werbung auf YouTube

So informiert das Kaffeehaus Starbucks in einem Clip, dass ein Teil der Erlöse aus dem Kaffeegeschäft für Wasserzisternen auf afrikanischen Kaffeeplantagen verwendet werde. «Wir beobachten, dass immer mehr grosse Unternehmen auf diesem Weg versuchen, in Kontakt mit ihren Kunden zu treten», sagt Spencer Crooks von YouTube. «Vor ein, zwei Jahren haben die Firmen einfach ihre Werbefilme ins Netz gestellt, aber das hat langfristig nicht funktioniert», so Crooks.

Tatsächlich sind die Filme und Kampagnen heute sehr viel ausgefallener als herkömmliche Werbefilme. So hat der Sportartikelanbieter Nike eine sechsteilige Serie mit dem Titel «The Girl Effect» produziert, in der die Ausbildung und Unterstützung von Mädchen und jungen Frauen in Entwicklungsländern präsentiert wird – ohne dass dabei auch nur einmal der Name Nike auftaucht. Stattdessen werden Zuschauer auf die dazugehörige Website verwiesen.

Perfektioniert hat das die Outdoormarke Timberland, die in ihrem Spot mit der simplen Frage startet: «Warum sich dieser Schuhhersteller überhaupt das Recht herausnimmt, über Umweltschutz zu reden?» Die Antwort geben Timberland-Mitarbeiter, die sich selbst und ihre Produkte zum Vorbild für den korrekten Umgang mit der Natur erklären – und ihre Kunden auffordern, es ihnen gleichzutun. In eigenen Videos sollen YouTube-Nutzer bis Mitte August zeigen, wie umweltfreundlich sie leben. Aus allen Einsendungen wird schliesslich der «Earthkeeper Hero» gekürt, der 5000 Dollar Preisgeld erhält.

Gut für das Image

«Bei dieser Form des Marketings wird zwar keine Produktwerbung gemacht, dafür wird die Einstellung gegenüber dem Unternehmen beeinflusst», sagt Marcel Engelberger von der Luzerner Internetagentur Lifecom. «Die Videospots gelangen rasend schnell an ein grosses Publikum, weil die Internetnutzer die Filmchen weiter verbreiten», erklärt Engelberger die Marketingstrategie.

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