28.06.2020 08:31

Lohnunterschied Frauen und Männer

Firmen müssen ab Juli die Lohngleichheit kontrollieren

Die grössten Unternehmen in der Schweiz müssen ab dem 1. Juli die Löhne ihrer angestellten Frauen und Männer auf Diskriminierung kontrollieren. Doch nur ein Prozent der Firmen untersteht dieser Kontrollpflicht.

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Noch immer verdienen Frauen in der Schweiz durchschnittlich weniger als Männer.

Noch immer verdienen Frauen in der Schweiz durchschnittlich weniger als Männer.

KEYSTONE
Jetzt müssen Unternehmen gegen diese Ungerechtigkeit vorgehen.

Jetzt müssen Unternehmen gegen diese Ungerechtigkeit vorgehen.

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Die Löhne der angestellten Frauen und Männer müssen auf Diskriminierung kontrolliert werden.

Die Löhne der angestellten Frauen und Männer müssen auf Diskriminierung kontrolliert werden.

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Darum gehts

  • Frauen verdienen in der Schweiz immer noch weniger als Männer.
  • Jetzt tritt ein neues Gleichstellungsgesetz in Kraft.
  • Unternehmen müssen nun die Löhne auf Diskriminierung kontrollieren.
  • Aber nicht alle Firmen unterstehen der Kontrollpflicht.

Frauen verdienen in der Schweiz durchschnittlich über 12 Prozent weniger als Männer, das zeigt die Lohnstrukturerhebung 2018 auf. Jetzt müssen Unternehmen gegen diese Ungerechtigkeit vorgehen: Ab dem 1. Juli tritt das geänderte Gleichstellungsgesetz in Kraft. Dann müssen die grössten Unternehmen die Löhne ihrer angestellten Frauen und Männer auf Diskriminierung kontrollieren. Dafür haben sie ein Jahr Zeit.

Die Revision kommt 39 Jahre nach der Festlegung der Gleichheit von Frau und Mann in der Bundesverfassung. Eine Ende der Ungleichheiten beim Lohn ist damit aber nicht erreicht. Das vom Parlament verabschiedete Gesetz sieht keine Sanktionen vor.

Knapp ein Prozent muss kontrollieren

Nur 0,9 Prozent der Unternehmen in der Schweiz unterstehen der Kontrollpflicht ab 100 Beschäftigten. Bei diesen Unternehmen arbeiten allerdings 46 Prozent aller Angestellten.

Die Unternehmen müssen ihre Analysen innert Jahresfrist vorlegen. Die Analysen sind anschliessend alle vier Jahre zu wiederholen, wenn die erste unerklärliche Ungleichheiten bei den Löhnen ergab.

Über die Analyse müssen die Unternehmen ihre Angestellten informieren. Das Gesetz ist nach dem Willen des Parlaments auf zwölf Jahre befristet. Neun Jahre nach Inkrafttreten soll es überprüft werden und am 1. Juli 2032 erlöschen.

Kontrolle bereits ab 50 Mitarbeitern

Die ursprüngliche Gesetzesvorlage für das neue Gleichstellungsgesetz des Bundesrats war ehrgeiziger als die vom Parlament verabschiedete Version. Die Landesregierung wollte die Kontrollschwelle bei 50 Angestellten ansetzen. Damit wären zwei Prozent der Unternehmen dem Gesetz unterstellt worden.

Der Gleichstellungsartikel steht seit 1981 in der Bundesverfassung. Darin ist der Grundsatz verankert, wonach für gleiche Arbeit der gleiche Lohn zu entrichten ist. Das darauf basierende Gleichstellungsgesetz trat 1996 in Kraft. Es konkretisiert die Gleichstellung im Arbeitsleben, verbietet jegliche Diskriminierung und sichert die Chancengleichheit.

(SDA)

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48 Kommentare
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Anja

29.06.2020, 10:21

So ein Blödsinn! Wenn die Frauen wirklich weniger verdienen würden, würden viel mehr Frauen eingestellt, weil man ja Lohnkosten sparen könnte.

der Ökonom

29.06.2020, 10:14

Es gibt keinen rationalen Grund für Arbeitgeber, eine Gruppe von Mitarbeitenden (Männer) überzubezahlen, wenn man doch für die exakt gleiche Leistung einer anderen Gruppe von Mitarbeitenden (Frauen) weniger zahlen müsste.

Giulio Moneti

29.06.2020, 10:11

Wir haben das so gelöst in unserer Firma: Alle verdienen haargenau gleich viel, ob Chef, Frau oder Mann oder was es sonst noch so gibt. Nämlich monatlich 11'000 Franken. Basta.