Fische zu schlau fürs Netz?
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Fische zu schlau fürs Netz?

Trotz normalem Tierbestand fangen hiesige Fischer kaum Fische. Liegt es daran, dass die Fische immer cleverer werden? Experten sind sich uneinig.

«Fische werden immer schlauer und lassen sich nicht mehr so leicht einfangen», ist der Thurgauer Archäologe Urs Leuzinger überzeugt. Er vermutet, dass zwischen Fisch und Fischer seit Urzeiten ein «Wettrüsten» stattfindet. «Die Tiere haben nun eine Abwehrstrategie gegen die Netze gefunden», sagt Leuzinger. Nun liege es an den Fischern, neue Fangmethoden zu entwickeln. Thomas Wahli, Leiter der Nationalen Fischuntersuchungsstelle in Bern, bezweifelt, dass Fische intelligenter werden können. «Ein Fischleben ist zu kurz, als dass das Tier aus seinen Fehlern lernen könnte», so Wahli. Er ortet das Problem an einem anderen Ort: Weil die Seen immer sauberer werden und damit das Nahrungsangebot für Fische sinkt, würden diese immer kleiner und könnten somit durch die grobmaschigen Fischernetze hindurchschlüpfen.

Der freischaffende Wissenschaftler Ruedi Müller untersucht den Vierwaldstättersee bereits seit 1980 – er hat eine weitere Theorie: «Die Fische ziehen wegen der ungewöhnlichen Wettersituation umher», so Müller. Daher sei es schwieriger, sie zu orten.

Barbara Senn

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