Rapperswil-Jona SG: Fischer als «fuuli Sieche» und Tierquäler beschimpft
Aktualisiert

Rapperswil-Jona SGFischer als «fuuli Sieche» und Tierquäler beschimpft

Wegen der Trockenheit ist der Wasserpegel der Jona besonders tief. Den Fischen im Fluss droht der Tod. Die zuständigen Fischer weisen Kritik zurück.

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lad
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Beim Stadthaus in Rapperswil-Jona ist der Fluss wegen der aktuellen Trockenperiode von einem Algenteppich bedeckt.

Beim Stadthaus in Rapperswil-Jona ist der Fluss wegen der aktuellen Trockenperiode von einem Algenteppich bedeckt.

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Bereits vor einer Woche empörten sich Anwohner auf Facebook darüber.

Bereits vor einer Woche empörten sich Anwohner auf Facebook darüber.

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Zudem würden die Bachbewirtschafter sich nicht um das Wohl der Fische kümmern. Deshalb...

Zudem würden die Bachbewirtschafter sich nicht um das Wohl der Fische kümmern. Deshalb...

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Der Wasserstand der Jona ist derzeit dramatisch tief und das verbliebene Wasser überdurchschnittlich warm, sodass ein Algenteppich das Flussbett beim Stadthaus in Rapperswil-Jona SG bedeckt. Bereits vor einer Woche hatten sich die Anwohner deshalb über den Gestank beschwert – und darüber, dass die Fische bedroht seien.

Wie die «Zürichsee-Zeitung» jetzt berichtet, wagten sich vergangenen Mittwoch sogar zwei Tierschützer in den Fluss, um mit Eimern ausgerüstet bedrohte Fische einzufangen. Die zwei eifrigen Retter wurden laut Andri Pfister, Fischer und Obmann der Bachbewirtschaftungsgruppe in Jona, jedoch weggewiesen. Ihre Aktion sei zwar gut gemeint gewesen, aber trotzdem illegal.

«Tierquäler und Totschläger»

Der Vorfall zeigt aber auch, dass nicht alle einverstanden sind mit der Arbeit der Bachbewirtschafter. Die Fischer sehen sich diese Tage einem regelrechten Shitstorm ausgesetzt. Als «fuuli Sieche», Totschläger oder Tierquäler mussten sie sich betiteln lassen. «Warum helfen Sie den Fischen nicht und lassen Sie diese elend verrecken?», hiess es in einer Nachricht. Doch Pfister weist die Vorwürfe zurück: «Als Tierquäler wollen wir uns nicht bezeichnen lassen.» Den Bachbewirtschaftern gehe das Schicksal der Fische nahe.

Wie er gegenüber der «Südostschweiz» ausführt, würden die ohnehin schon geschwächten Tiere das Abfischen mittels der üblichen Elektroschocks gar nicht überleben. Gefährlich sei auch die Verbreitung von Krankheiten. «Wenige Milliliter Wasser reichen, um die Krebspest in ein neues Gewässer zu tragen», wird Pfister von der Zeitung zitiert. Ausserdem: «Wohin sollen wir die Fische denn umsiedeln?» Der Lebensraum sei begrenzt, an jedem neuen Ort komme es zu Verdrängungskämpfen.

Ab 25 Grad wird es tödlich

Zum Schutz der Fische würden die Bachbewirtschafter Sträucher und Bäume entlang der Gewässer pflanzen. In ein paar Jahren soll der Schatten helfen, die Gewässer vor dem Austrocknen zu schützen. Zur Ausführung ihrer Arbeit müssen die Bachbewirtschafter regelmässig Weiterbildungskurse besuchen und seien deshalb bestens informiert.

Aktuell misst das Wasser der Jona 23 Grad. Ab 25 Grad werde es tödlich für die Fische. Wie Meteonews am Sonntag bekannt gab, wird der Niederschlag auch in den kommenden Tagen ausbleiben, die Temperaturen sollen gar noch steigen. Keine guten Aussichten für die Fische in der Jona.

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