Aktualisiert 06.12.2017 17:08

Schänis SG

Fischer angeln zwischen Tampons und WC-Papier

Schon seit Jahren werden laut dem Fischereiverein See Gaster Abfälle in den Chrüppelbach in Schänis gespült. Bei der Gemeinde stiess man bisher aber auf taube Ohren.

von
viv
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Der Fischerverein See und Gaster regt sich schon seit Jahren über die Verschmutzung des Chrüppelbachs auf.

Der Fischerverein See und Gaster regt sich schon seit Jahren über die Verschmutzung des Chrüppelbachs auf.

fvseeundgaster.ch
Das Gitter am Bach ist bereits vollgemüllt.

Das Gitter am Bach ist bereits vollgemüllt.

fvseeundgaster.ch
«Es ist eklig, Forellen aus dem Bach zu ziehen, in dem WC-Papier...

«Es ist eklig, Forellen aus dem Bach zu ziehen, in dem WC-Papier...

fvseeundgaster.ch

Der Ekel ist gross: Tampons, Feuchttücher, Toilettenpapier und andere Abfälle werden seit Jahren über ein Rohr aus dem Regenklärbecken in den Chrüppelbach am Dorfrand von Schänis SG gespült. Die Mitglieder des Fischereivereins See und Gaster bemühen sich zwar schon lange um eine Verbesserung der Situation – eine rasche Lösung ist jedoch nicht in Sicht.

«Es ist eklig»

«Ein Stück entfernt vom Chrüppelweiher im Sellet- und Hintergraben angeln wir. Es ist eklig, Forellen aus einem Bach zu ziehen, in dem Tampons und WC-Papier schwimmen», so Christian Rudel, Präsident des Fischereivereins See Gaster, gegenüber der «Südostschweiz». Bei hohem Wasserstand würde der Abfall auch in andere Gewässer getragen und sich dann wahrscheinlich im Obersee ablagern. «Für uns Fischer ist das ein unhaltbarer Zustand», fährt Rudel fort.

Gegenüber 20 Minuten erklärt Rudel, dass die Gemeinde schon seit acht bis zehn Jahren über das Problem Bescheid wisse. «Bis jetzt hat sich jedoch praktisch nichts getan», sagt er. Nun haben der Präsident und seine Vorstandskollegen entscheiden, die Thematik öffentlich zu machen.

Gemeinsam eine eine Lösung finden

Der Schänner Gemeindepräsident Herbert Küng weist die Kritik gegenüber der «Südostschweiz» zurück: «Mir ist das Ausmass der Situation erst seit Oktober bekannt. Davor hat das niemand bei mir deponiert. Was bislang diesbezüglich abgelaufen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.» Nun müsse man erst analysieren, was dagegen getan werden kann und welche baulichen Konsequenzen erforderlich seien.

Laut Küng sei das Bauamt bereits beauftragt worden, das Problem anzugehen. Es lasse sich jedoch nicht sofort lösen. «Es ist nicht die einzige Pendenz, die wir haben. Sobald wir wissen, was konkret zu tun ist, können wir einen Terminplan machen», so der Gemeindepräsident.

Für Fischereipräsident Rudel ist klar, dass die Fischer nicht länger gewillt sind, die bestehende Situation so zu akzeptieren: «Ich wäre schon zufrieden, wenn ich endlich sehen würde, dass etwas geht.» Von der Gemeinde sei nämlich bisher kein Wille erkennbar gewesen, etwas zu ändern. Er schlägt deshalb einen runden Tisch mit allen Beteiligten vor.

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