Aktualisiert 01.06.2010 19:32

BernFischer ist neuer «höchster Berner»

Der Berner Oberländer Gerhard Fischer ist am Dienstag vom neu gewählten Kantonsparlament für ein Jahr zum Grossratspräsidenten und damit zum «höchsten Berner» gewählt worden.

Der 59-Jährige gilt als strammer SVP-Mann - und doch weit entfernt vom provozierenden Auftreten mancher nationaler Parteigrössen. «Ich bin hart in der Sache, aber ich spiele nicht auf den Mann», betonte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.

Die Sprecher aller grossen Parteien lobten Fischer als zuverlässigen und erprobten Grossrat. Mit 139 von 149 Stimmen wurde der Meiringer gewählt.

Die Wahlfeier für Fischer findet am kommenden Donnerstag in Meiringen statt. Dazu wird auch sein Zürcher Amtskollege erwartet, der ebenfalls Gerhard Fischer heisst.

Bernjurassier an der Spitze der Regierung

Neuer bernischer Regierungspräsident wurde Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud (SP). Der Bernjurassier gehört der Kantonsregierung seit vier Jahren an. Er erhielt zwar 107 von 114 gültigen Stimmen. Allerdings hatten 38 Parlamentarier leer eingelegt.

Bereits bei seiner Wahl zum Vizepräsidenten vor einem Jahr erreichte Perrenoud kein besonders glanzvolles Resultat. Perrenoud gilt eher als zurückhaltend, als guter Zuhörer und differenzierter Analytiker. Seine Kritiker halten ihn für etwas wenig zupackend.

Zum Regierungs-Vizepräsidenten wurde der Grüne Bernhard Pulver gewählt. Das Amt des Regierungspräsidenten hat vor allem repräsentativen Charakter.

Rechtsrutsch im Parlament

Nach den Wahlen von Ende März ist das Berner Kantonsparlament klar nach rechts gerutscht. Der Regierungsrat ist indessen weiterhin rot-grün dominiert. Einziger Neuzugang ist die Seeländer BDP-Frau Beatrice Simon.

Die rot-grün dominierte Regierung muss also in den nächsten Jahren mit einem ebenso klar bürgerlich dominierten Parlament kutschieren. Eine spannende, vielleicht auch hin und wieder spannungsgeladene Konstellation. (sda)

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