Aktualisiert 19.06.2015 15:29

Thuner Trainersuche«Fischers Abgang war emotional sehr happig»

Nach dem Abgang von Urs Fischer zu Basel sucht Thun einen neuen Trainer – eine heikle Aufgabe.

von
Peter Berger
1 / 3
Der neue Mann beim FC Thun heisst Ciriaco Sforza.

Der neue Mann beim FC Thun heisst Ciriaco Sforza.

Martial Trezzini
Thuns Sportchef Andres Gerber (l.) hat innert weniger Tage seinen Wunschkandidaten bekommen.

Thuns Sportchef Andres Gerber (l.) hat innert weniger Tage seinen Wunschkandidaten bekommen.

Alessandro Della Valle
Ciriaco Sforza (l.) folgt in Thun auf Urs Fischer, der zum FC Basel gewechselt hat.

Ciriaco Sforza (l.) folgt in Thun auf Urs Fischer, der zum FC Basel gewechselt hat.

Walter Bieri

Urs Fischer hat mit seiner offenen und direkten Art sehr gut ins Berner Oberland gepasst. Der Zürcher verstand sich nicht nur mit dem Team, sondern auch mit der Klubführung hervorragend. «Sein Abgang war emotional sehr happig», gesteht Präsident Markus Lüthi. Und Sportchef Andres Gerber meint, dass für ihn mit Fischer auch ein Freund gegangen sei: «Ich werde ihm für die gemeinsame Zeit immer dankbar sein.»

Doch jetzt ist Fischer weg und der neue Trainer noch nicht da. Das Anforderungsprofil für den Nachfolger steht. «Er braucht Erfahrung in der Super League und eine klare Sprache», betont Boss Lüthi. Das heisst, der neue Trainer muss Deutsch können. Gerber erklärt warum: «Wenn er die Sprache nicht versteht und die Verhältnisse nicht kennt, braucht das zu viel Energie und Zeit. Und das haben wir hier nicht.» Wobei das mit der Zeit versteht Gerber dann doch auf die typische Berner Art: «Wir suchen ohne Panik. Wenn der Neue nächste Woche da ist, reicht das. Denn die Mannschaft ist intakt. Sie hat auch Fischers Abgang sehr sportlich aufgenommen. Darüber bin ich froh und erleichtert. Die Mannschaft fällt also nicht auseinander, und der Trainerstab ist eingespielt.» Vorerst leitet Assistenztrainer Marc Schneider die Einheiten und coacht die Equipe am Freitag im Test gegen Xamax.

Möglichst ablösefrei sollte der Neue sein

Gerber präzisiert, dass für ihn Erfahrung in der höchsten Liga nicht zwingend, aber wünschenswert ist. Wichtiger ist dem Sportchef, dass der neue Trainer ablösefrei ist. Der finanziell stets ums Überleben kämpfende Verein will die von Basel erhaltene Ablösesumme nicht gleich wieder ausgeben.

Die möglichen Kandidaten wie Carlos Bernegger, Ciriaco Sforza, Sven Christ oder Martin Andermatt sind demnach überschaubar. «Namen kommentiere ich nicht», sagt Gerber dazu nur. Er verrät einzig, dass er bereits «erste, positive Gespräche» geführt hat. Gerber will in diesen Unterhaltungen sein Gegenüber «spüren». Er muss sich letztlich bei der Wahl sicher sein. Denn niemand weiss besser als der frühere Captain, dass der Trainer in Thun eine äusserst zentrale Rolle hat. Gelingt es dem Coach nicht, die Mannschaft an die Leistungsgrenze zu führen, ist der Abstieg näher als in den letzten Jahren unter Fischer ein Europa-League-Platz.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.