Aktualisiert 20.10.2011 16:14

FCZ-Knaller gegen LazioFischers Dilemma

Eine Woche, drei Wettbewerbe, drei Gegner: Urs Fischer steht mit seinem FC Zürich vor fast unlösbaren Aufgaben. Heute steht das Highlight gegen den Serie-A-Vierten Lazio Rom an.

von
Eva Tedesco

FCZ-Trainer Urs Fischer an der Medienkonferenz vor dem Europa-League-Spiel gegen Lazio Rom (Video: 20 Minuten Online)

Den ersten Auftritt in seiner «englischen Woche» meisterte der FCZ letzten Samstag im Schweizer Cup – er siegte gegen den FC Aarau 3:1. Vier Tage später steht nun die zweite Prüfung an. Die Zürcher treffen heute in der Europa League auf Lazio Rom. «Natürlich hat die Meisterschaft in unserer Situation Vorrang», sagte Trainer Urs Fischer vor dem Europa-Knüller – und hatte dabei schon den nächsten Gegner im Hinterkopf: Am Sonntag trifft sein FCZ in der Meisterschaft auf den FC Basel.

Urs Fischer weiss, dass er heute Abend gegen den Tabellenvierten der italienischen Serie A lediglich mit einer überragenden Leistung gewinnen kann – mit dem Risiko, am Sonntag gegen den Erzrivalen vom Rheinknie keine Kraft mehr zu haben. Das wäre fatal: Die siebte Niederlage im elften Ligaspiel (das 1:2 im abgebrochenen Derby nicht mit eingerechnet) würde die Lage der Zürcher in der Meisterschaft weiter verschärfen. Fischer steht vor einem Dilemma zwischen europäischer Kür und nationaler Pflicht.

«Wir werden topmotiviert antreten»

«Ich kann doch meinen Spielern nicht sagen, dass sie gegen Lazio nicht voll gehen dürfen, weil die Meisterschaft wichtiger ist», sagt er. Darum stellt der FCZ-Trainer klar: «Wir werden topmotiviert antreten und wollen das Spiel gewinnen, weil wir jedes Spiel gewinnen wollen.» Nicht auszuschliessen ist indes, dass der eine oder andere eine Kunstpause bekommt.

Keine Auszeit hat sich der Coach selbst gegönnt. Er flog letzten Sonntag in die italienische Hauptstadt, wo er Lazio im Derby gegen AS Roma sah. Fischer war hin und weg von der Atmosphäre im Stadio Olimpico. «Es ist das erste Mal, dass ich am Römer Derby war. Ich hatte schon davon gehört, aber wenn man es selbst erlebt, ist es schon sehr eindrücklich. Was die beiden Kurven vor, während und nach dem Spiel veranstaltet haben, das ist Extraklasse! Da bekommt man selbst als Aussenstehender Hühnerhaut.»

«Der Sieg gegen Aarau hat gut getan»

Ein «Auswärtsspiel» im eigenen Stadion?

Eindruck machte dem Trainer auch das dominante Auftreten der Laziali nach der Pause. Der Last-Minute Sieg durch den Treffer von Miroslav Klose zum 2:1 war für Fischer darum auch verdient. Seine Erkenntnisse über die Himmelblauen formuliert der Zürcher-Coach so: «Von italienischen Mannschaften weiss man, dass sie defensiv gut organisiert sind. Aber auch offensiv ist viel Power drin. Das Trio Klose, Cissé und Hernanes – das ist pure Qualität! Die Herausforderung wird in erster Linie sein, diese drei in den Griff zu bekommen.» Was Fischer da noch nicht wusste: Klose wird wegen Kniebeschwerden geschont und erst am Wochenende gegen Bologna wieder stürmen.

Die Befürchtungen, der FCZ könnte im eigenen Stadion wegen der vielen in der Schweiz wohnhaften Lazio-Fans ein «Auswärtsspiel» erwarten, teilt Fischer nicht. «Ich hoffe doch, dass wir ein Heimspiel haben werden. Unsere Südkurve ist immer gut präsent und ich hoffe, dass das Stadion gut gefühlt sein wird. Bei den letzten Spielen konnten wir uns immer auf unsere Fans verlassen.»

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