Fischereistreit – Boris Johnson schickt Marine zur Ärmelkanal-Insel Jersey
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Boots-Demo in JerseyFischerstreit droht zu eskalieren – Johnson schickt Marineschiffe los

Die britische Insel Jersey liegt nahe am französischen Festland. Nun steht sie mitten im Zentrum eines Streits um Fischerreirechte. Die Situation droht zu eskalieren.

von
Patrick McEvily
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Französische Schiffe sind am Donnerstagmorgen in den Hafen von Saint Helier vor der englischen Insel eingelaufen, um gegen die, aus ihrer Sicht unfaire, Behandlung durch die englische Regierung zu protestieren.

Französische Schiffe sind am Donnerstagmorgen in den Hafen von Saint Helier vor der englischen Insel eingelaufen, um gegen die, aus ihrer Sicht unfaire, Behandlung durch die englische Regierung zu protestieren.

AFP
Einige zündeten auch Leuchtpetarden an, um auf sich aufmerksam zu machen.

Einige zündeten auch Leuchtpetarden an, um auf sich aufmerksam zu machen.

AFP
Zudem hängten sie Banner an ihre Schiffe. 

Zudem hängten sie Banner an ihre Schiffe.

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Darum gehts

  • Briten und Franzosen streiten sich um Fischgründe rund um die englische Insel Jersey.

  • Rund 50 französische Schiffe haben am Donnerstagmorgen die Einfahrt in den Hafen von Jersey blockiert, um gegen neue Regeln zu protestieren.

  • Der Streit könnte eskalieren. Die Franzosen haben sogar schon damit gedroht, der Insel den Strom abzudrehen.

  • Die englische Seite steht unter Druck der eigenen Fischer, die sich ebenfalls benachteiligt sehen.

Französische und englische Fischer sind beide verärgert über die Regierung der britischen Insel Jersey. Diese hatte in den vergangenen Tagen die Vergabe von Fischereirechten neu geregelt. Rund 50 französische Boote protestierten am Donnerstagmorgen vor der Insel. Weil ihnen dabei auch britische Fischerboote begegnen, könnte die Lage eskalieren. Auf Bildern aus dem Ärmelkanal sind mehrere dutzend Boote zu sehen, zum Teil werden auch Leuchtpetarden abgefeuert. Der britische Premierminister Boris Johnson hat zwei Kontrollboote der britischen Marine in die Gegend geschickt.

Frankreich droht Briten, den Strom zurückzuhalten

Die Lage ist bereits seit Tagen angespannt. Von französischer Seite drohte man gar damit, der Insel mit ihren knapp 100’000 Einwohnern den Strom abzustellen. Die Gemeinden auf Jersey beziehen rund 95 Prozent des Stroms aus Frankreich. Das französische Festland ist nur 22 Kilometer entfernt, während man bis zum nächsten Hafen in England – der Stadt Pool – mit dem Schiff 4,5 Stunden unterwegs ist. «Auch wenn ich bedauere, dass es soweit gekommen ist, würden wir es tun, wenn wir müssten,» erklärte ein Regierungssprecher gegenüber «The Mirror».

Seit vergangener Woche müssen Fischer – sowohl Briten als auch Franzosen – ein Gesuch einreichen, in dem sie darlegen, wie lange sie schon in den Gewässern fischen. Diese Neuerung halten die französischen Fischer für unfair. Die Engländer selbst befürchten hingegen, dass ihnen die Konkurrenz vom Kontinent die Gewässer leerfischen könnte. Sollte die eigene Regierung nicht standhaft bleiben, würden sie künftig illegal fischen, erklärten einige lokale Fischer der Zeitung «The Mirror».

Hinter den Auseinandersetzungen stehen neue Fischerbeschränkungen in Grossbritannien, die im Rahmen des Brexit entstanden sind. Die beiden Regierungen haben bekannt gegeben, miteinander im Dialog zu stehen, um eine gemeinsame Lösung zu finden.

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