Fischfangverbot für 40 Prozent der Meere gefordert

Aktualisiert

Fischfangverbot für 40 Prozent der Meere gefordert

Kurz vor Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos hat die Umweltorganisation Greenpeace den Verzicht auf die Liberalisierung des Fischhandels gefordert.

Greenpeace schlägt vor, für 40 Prozent der Weltmeere ein Fischfangverbot aufzustellen. «Der Abbau der Zölle wird auf lange Sicht den weltweiten Fischbestand gefährden», sagte Daniel Mittler von Greenpeace am Freitag in Nairobi.

Bislang sind nur etwa ein Prozent der Meere geschützt. Vor allem Laichplätze und Wanderrouten der Fische müssten geschützt werden, damit die Bestände sich wieder erholen können.

Auch Bevölkerung bedroht

Fallbeispiele aus Mauretanien und Argentinien belegen nach Ansicht von Greenpeace, dass nicht nur die Fischbestände gefährdet sind, sondern auch die Bevölkerung an der Küste betroffen ist, für die Fische eine wichtige Quelle eiweissreicher Nahrung sind.

Einheimische Fischer fangen demnach nicht mehr so viel wie früher, weil Schleppnetzfischer die Bestände in industriellem Massstab leerfischen. Dabei werden grosse Mengen des Fangs wieder aussortiert.

So würden für ein Kilo Krabben etwa acht Kilo Fisch als Beifang wieder weggeworfen. An afrikanischen Küsten hätten schon viele Fischer ihre Arbeit verloren, weil es nicht mehr genug Fische in Küstennähe gebe.

Wirtschaftlicher Schaden

«Wenn die weitere Liberalisierung forciert wird, wird beispielsweise Argentinien wegen der Überfischung jährlich mehr als 3,5 Millionen Dollar (rund 4,4 Mio. Franken) verlieren», sagte Mittler. Die noch bestehenden Zölle dürften auf keinen Fall abgebaut werden, weil sie der letzte Schutz der Entwicklungsländer seien.

«Die entwickelten Länder sollten sich für ein faires Fischerei- Management einsetzen», betonte er. Dazu gehöre etwa auch eine bessere Überwachung der Küsten. In vielen Fällen sei die Marine dafür zuständig, die aber oft nicht entsprechend geschult sei.

Greenpeace will ein Signal an das Weltwirtschaftsforum in Davos senden, wo sich Handelsminister auf die Wiederaufnahme entsprechender Verhandlungen einigen könnten. «Wenn der Handel liberalisiert wird, werden einige Länder auf kurze Sicht davon profitieren, aber langfristig wird es allen schaden», sagte Mittler.

(sda)

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