Fischsterben im Totensee bleibt ein Rätsel
Aktualisiert

Fischsterben im Totensee bleibt ein Rätsel

Das Fischsterben im Totensee am Grimselpass bleibt vorläufig ungeklärt. Die Nachforschungen brachten keinen Anhaltspunkt, weshalb Anfang November 2006 im Totensee sämtliche Fische verendeten.

Bei den Untersuchungen hätten keine kritischen Substanzen wie etwa Herbizide, Pestizide oder Fungizide nachgewiesen werden können. Auch die Werte für Schwermetalle und Sprengstoffe hätten kein kritisches Mass erreicht, teilte die Walliser Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere am Freitag mit.

Insgesamt lasse sich sagen, dass das Wasser in dem kleinen Bergsee nicht akut giftig gewesen sei. Die vorliegenden Ergebnisse liessen auch keine Schlüsse auf eine Infektion der Fische zu.

Nicht ausgeschlossen werden kann dagegen ein Zusammenhang mit wuchernden Algen. Der See verfüge über eine ungewöhnlich hohe Algenbiomasse. Grosse Mengen abgestorbener Algen wiesen auf eine hohe Algenbiomasse vor Eintritt des Ereignisses hin.

Zwei Hypothesen weiter untersuchen

Obwohl zum Zeitpunkt der Probeentnahmen keine Gift produzierenden Algen nachgewiesen werden konnten, betrachten die Forscher diese Hypothese weiterhin als plausibel. Nicht auszuschliessen sei auch Sauerstoffmangel infolge der massenhaften Entwicklung der Algen.

Die Behörden wollen weiterhin versuchen, das ungelöste Rätsel zu erhellen. Deshalb wollen sie zusammen mit der Universität Zürich und dem Amt für Gewässerschutz des Kantons Bern den See im laufenden Jahr weiter überwachen. Sie hoffen so, eine der beiden verbleibenden Hypothesen erhärten zu können. Vorderhand soll auf die Wiederansiedlung von Fischen verzichtet werden.

(sda)

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