Kriens: Fiskus-Fahnder sollen Steuersünder jagen
Aktualisiert

KriensFiskus-Fahnder sollen Steuersünder jagen

In Kriens sollen Steuerdetektive bei Verdacht die Einkommens- und Vermögensangaben der Einwohner überprüfen. Dies verlangt ein Einwohnerrat der Grünen in einem Vorstoss.

von
Daniela Gigor
Ein Grüner Einwohnerrat will, dass die Angaben der Bürger in Kriens im Zweifelsfall von einem Steuerinspektor überprüft werden können.

Ein Grüner Einwohnerrat will, dass die Angaben der Bürger in Kriens im Zweifelsfall von einem Steuerinspektor überprüft werden können.

«In den letzten Jahren wurde in Kriens immer wieder das Thema Sozialmissbrauch hochgeschaukelt», sagt Bruno Bienz, Einwohnerrat der Grünen. Kein Thema bei den federführenden Parteien sei hingegen die Hinterziehung von Steuern. Dies werde gar zum Teil als Kavaliersdelikt abgetan. Laut Voranschlag 2014 hat die Gemeinde Kriens ein Steueraufkommen von rund 80 Millionen Franken. «Ich schätze, dass man von einem Missbrauchspotenzial von fünf Prozent ausgehen kann», sagt Bienz weiter. Damit würde Kriens jährliche Steuereinnahmen von ungefähr vier Millionen Franken entgehen. Darum fordert Bienz jetzt den Einsatz von Steuerinspektoren.

Verdächtige Luxusjachten

«Bisher waren wir auf einem Auge blind, bei den Steuern sind wir von hundertprozentiger Ehrlichkeit ausgegangen. Das ist naiv», sagt Bienz. Dies würden die Selbstanzeigen im In- und Ausland auch von sehr rennomierten Persönlichkeiten zeigen. Funktionieren soll die Arbeit der geforderten Steuerinspektoren ungefähr wie die der Sozialinspektoren. «Bei Verdachtsfällen soll der Steuerinspektor etwa Belege einfordern», so Bienz. Verdachtsfälle könnten beispielsweise gewisse Wochenaufenhalter sein oder Personen, die 100'000 Franken Einnahmen ausweisen und gleichzeitig Luxusjachten auf dem Vierwaldstättersee besitzen würden.

Den Argumenten von Bienz widerspricht Yvonne von Kauffungen, Leiterin Kommunikation der Steuerverwaltung des Kantons Bern: «Wir könnten mit den Bürgern nicht partnerschaftlich arbeiten, wenn wir davon ausgehen würden, dass sie in den Steuererklärungen falsche Angaben gemacht haben.»

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