#fitspiration: Fitness-Selfies ruinieren das Selbstbewusstsein
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#fitspirationFitness-Selfies ruinieren das Selbstbewusstsein

Unter #fitspiration posten Menschen Schnappschüsse von sich in sportlicher Pose. Das soll andere inspirieren. Doch das klappt nicht immer. Im Gegenteil.

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Kennt sich aus mit Trainings-Selfies: Fitness-Model Anja Zeidler.

Kennt sich aus mit Trainings-Selfies: Fitness-Model Anja Zeidler.

Instagram/_peanutbuttericecream
Allein ist sie damit nicht: Auch Bachelorette Frieda Hodel lässt ihre Follower an ihren Work-outs teilhaben.

Allein ist sie damit nicht: Auch Bachelorette Frieda Hodel lässt ihre Follower an ihren Work-outs teilhaben.

Instagram/friedahodel
Ebenso US-Skirennläuferin Lindsey Vonn. Ob sich die drei Grazien damit Applaus erhoffen oder mit ihren Posts andere motivieren wollen, ist nicht bekannt.

Ebenso US-Skirennläuferin Lindsey Vonn. Ob sich die drei Grazien damit Applaus erhoffen oder mit ihren Posts andere motivieren wollen, ist nicht bekannt.

Instagram/lindseyvonn

Einen guten Körper hat niemand einfach so. Man muss dafür einiges tun: auf die Ernährung achten beispielsweise und regelmässig trainieren. Wie Stefan Ryser mit seiner Sixpack-Challenge gerade eindrücklich bewiesen hat.

Wer so ein Programm konsequent durchzieht, darf stolz auf sich sein. Viele sind das offenkundig auch und posten Beweisfotos von ihren sportlichen Leistungen, Fortschritten und Erfolgen in sozialen Medien wie Facebook oder Instagram, häufig gepaart mit einem entsprechenden Hashtag. Grosser Beliebtheit erfreut sich beispielsweise #fitspiration, der darauf hinweist, dass die Postenden mit ihren Schnappschüssen andere motivieren wollen.

Doch das gut gemeinte Ziel kommt nicht bei allen gut an, berichten australische Forscherinnen im Fachjournal «Body Image» . Viele Frauen würden durch das Betrachten solcher Bilder deutlicher unzufriedener mit ihrem Körper.

Die Medaille hat zwei Seiten

Für die Studie legten die Psychologinnen Marika Tiggemann und Mia Zaccardo von der Flinders University den 130 Probandinnen um die 20 Jahre verschiedene Aufnahmen vor: Die eine Hälfte sah sich Ferienfotos an, die anderen betrachtete solche, die unter dem Hashtag #fitspiration angelegt worden waren. Darauf zu sehen: sportliche Damen. Manche Bilder waren zudem mit einem motivierenden Spruch versehen. Vor und nach der Sichtung wurden die Teilnehmerinnen ausserdem zu ihrer Selbstwahrnehmung befragt.

Ergebnis: Während das erste Sujet bei den Befragten keinerlei Änderung im Selbstbild hervorrief, fühlten sich viele Teilnehmerinnen der #fitspiration-Gruppe danach nicht nur unzufriedener mit ihrem eigenen Körper, sondern hatten auch ein geringeres Selbstwertgefühl. Darum könnte sich auf Dauer der Konsum solcher Bilder ernsthaft auf die Stimmung der Frauen auswirken, warnen die Forscherinnen.

Doch die Selbstdarstellungsflut im Netz ist nicht nur schlecht. So sagten tatsächlich einige der Frauen, sie fühlten sich von den Fotos dazu motiviert, an ihrem vermeintlich unperfekten Körper etwas zu ändern. Aufgrund dieses Resultats empfehlen Tiggemann und Zaccardo, sich gut zu überlegen, ob man sich derartigen Bildern aussetzen möchte.

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