Shutdown: Fitnesscenter wollen Bund auf Schadenersatz verklagen
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ShutdownFitnesscenter wollen Bund auf Schadenersatz verklagen

Die Fitnesscenter sind unglücklich darüber, dass sie von den voraussichtlichen Lockerungen Anfang März nicht profitieren. Nun planen sie, den Bund auf Schadenersatz zu verklagen.

von
Reto Heimann
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Der Fitnessverband will den Bund auf Schadenersatz verklagen.

Der Fitnessverband will den Bund auf Schadenersatz verklagen.

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«Wir fühlen uns von den Politikern und den Kantonen verlassen, welche uns in den Abgrund laufen lassen.» 

«Wir fühlen uns von den Politikern und den Kantonen verlassen, welche uns in den Abgrund laufen lassen.»

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Das sagt der Präsident des Schweizer Fitnesscenter-Verbandes Claude Ammann.

Das sagt der Präsident des Schweizer Fitnesscenter-Verbandes Claude Ammann.

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Darum gehts

  • Der Bundesrat hat am Mittwoch entschieden, dass Fitnesscenter weiterhin geschlossen bleiben sollen.

  • «Das ist für viele Fitnesscenter der Todesstoss», sagt der Präsident des Fitnesscenter-Verbandes.

  • Nun will der Verband den Bund auf Schadenersatz verklagen.

Der Bundesrat hat am Mittwoch angekündigt, die Corona-Massnahmen auf Anfang März lockern zu wollen. Läden, Museen und Bibliotheken dürften dann wieder öffnen. Auch Sportanlagen im Freien – Tennisplätze oder Fussballfelder zum Beispiel – öffnen wieder. Das Lockerungs-Paket ist derzeit noch bei den Kantonen in der Vernehmlassung und noch nicht definitiv.

Fitnesscenter würden gemäss den Plänen des Bundesrats geschlossen bleiben. «Viele meiner Kollegen haben gehofft, dass sie ihre Fitnesscenter demnächst wieder öffnen dürfen. Die Verlängerung des Shutdowns ist für viele der Todesstoss», sagt Claude Ammann, Präsident des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter Verbands SFGV. Er ist enttäuscht von Bund und Kantonen: «Wir fühlen uns von den Politikern und den Kantonen verlassen, welche uns in den Abgrund laufen lassen.»

Deshalb macht der Fitnesscenter-Verband jetzt Druck. Wie SRF berichtet, will er den Bund auf Schadenersatz verklagen. Urs Saxer, Anwalt und Professor für Staats- und Verwaltungsrecht, bestätigt, dass eine solche Klage in Vorbereitung ist: «Das ist der einzige Weg, mit welchem allfällige Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden können.» Schon im Januar stellte der Fitnessverband eine solche Klage in Aussicht.

Wenig Aussicht auf Erfolg

Besonders bitter für die Fitnesscenter sei, dass der Shutdown in die Zeit des Jahres fällt, in der die Fitnesscenter ihren Hauptumsatz generieren. Drei Viertel des Umsatzes erwirtschaften sie zwischen Herbst und Frühling.

Der Zürcher Staatsrechts-Professor Felix Uhlmann räumt der Klage wenig Erfolgschancen ein. Sie müsste beweisen, dass vonseiten der Behörden ein widerrechtliches Verhalten vorliege. «Ich würde vermuten, dass die Gerichte dem Bundesrat einen Spielraum geben, und es deswegen bereits an einer wesentlichen Amtsverletzung fehlt», so Uhlmann.

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Pro Juventute, Tel. 147

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